Konferenz in Witzenhausen für Jung- und Altbauern

Sie organisieren die 24. Witzenhäuser Konferenz: Mathieu Geipel (von links), Lena Jacobi, Luise Holzapfel, Anika Mamsch, Amelia Krafft, Helen Haupt, Dounia Biedermann und Morten Müller haben dieTagung „Ich mach Dir den Hof – Brennpunkt Hofübergabe“ in einem Projektseminar in ihrem Masterstudium vorbereitet. Foto: Steensen

Witzenhausen. Der Knackpunkt ist die Hofübergabe. Daher wollen Studierende in Witzenhausen junge und alte Landwirte in einer Konferenz zusammenbringen.

Bei 70 Prozent aller Bauernhöfe, bei denen der Betriebsleiter älter als 45 Jahre ist, ist die Nachfolge noch ungesichert - um diesem erschreckenden Trend etwas entgegenzusetzen, haben acht Studierende der Universität Kassel am Standort in Witzenhausen für die Woche vom 6. bis 10. Dezember eine Konferenz mit dem Titel „Ich mache Dir den Hof - Brennpunkt Hofübergabe“ organisiert.

Das Thema

„Wir sind alle betroffen“, sagt Studentin Helen Haupt. In Witzenhausen studieren junge Menschen, die von einem Hof kommen, aber auch solche, die gerne einen hätten. „In unserem Alter hat man aber nicht genug Eigenkapital, um einen Hof zu kaufen“, sagt Anika Mamsch.

Gleichzeitig haben viele Landwirte Probleme, einen Nachfolger zu finden: Nur allzu oft wollen sich ihre Kinder ein Leben mit viel harter Arbeit und Existenzsorgen nicht antun. Wegen der Hofübergabeklausel müssen aber die Landwirte den Betrieb abgeben - sonst erhalten sie keine Rente.

Welche Alternativen für die Weitergabe innerhalb der Familie gibt es? Welche Vorteile haben Pachtmodelle, Hofgemeinschaften oder genossenschaftliche Projekte? Arbeitet der Altbauer weiter im Betrieb mit? Wohnt er vor Ort? Welche Konflikte sind typisch? Wie kann man sie lösen? Was sind rechtliche Fallstricke? Fragen wie diese sollen bei der Konferenz geklärt werden. „Die Hofübergabe ist eine sehr heikle, emotionale Angelegenheit“, erklärt Morten Müller. „Schließlich muss der Altbauer sein Lebenswerk abgeben. Das muss menschlich passen.“

Die Konferenz

Die 24. „Witzenhäuser Konferenz“ findet vom 6. bis 10. Dezember, vor allem in der Großen Aula der Universität an der Nordbahnhofstraße statt. Es gibt Workshops, Vorträge, einen Filmabend und ein Konzert - und von Mittwoch bis Freitag den „Marktplatz“, wo sich die Teilnehmer treffen und austauschen können. Das Team erwartet 150 bis 200 Teilnehmer.

Seit dem Frühjahr steckt das Team in der Vorbereitung, je zwei Studenten gestalten einen Tag. „Wir wollen die Konferenzteilnehmer mit unserem Programm Schritt für Schritt durch den Prozess der Hofübergabe führen“, sagen sie - und haben an alles gedacht: Von der ersten Idee über die Suche nach einem geeigneten Hof oder Nachfolger bis zu Vertragsabschluss und Finanzierungsmöglichkeiten. Auch die Zukunft für Jung und Alt ist Thema. Die Ergebnisse werden die Studenten in einem Tagungsband festhalten.

Das Ziel

Die Konferenz soll Menschen zusammenbringen: Studenten auf Hofsuche, Landwirte auf Nachfolgersuche, Menschen, die eine Hofübergabe schon hinter sich haben und von ihren Erfahrungen berichten. „Wir würden uns freuen, wenn Landwirte aus der Region teilnehmen würden“, sagt Mamsch. Auch Experten von Bauernverbänden, Landwirtschaftskammern, Unternehmens- und landwirtschaftliche Familienberater und ein Rechtsanwalt geben Tipps.

Infos

An der Konferenz „Ich mache Dir den Hof“ kann jeder teilnehmen. Von Montag, 14. , bis Freitag, 18. November, kann man sich von 12 bis 14 Uhr am Stand vor der Mensa (Steinstraße) anmelden - oder über das Internet. Die Wochenkarte kostet 50 Euro (ermäßigt 35 Euro, im Vorverkauf 40 bzw. 30 Euro), die Tageskarte 20 Euro (15 Euro). Ein Besuch nur von Kinoabend und Konzert ist möglich.

Das Programm: • Dienstag, 6. Dezember: 19 Uhr, Vortrag mit Christian Vieth (www.hofgruender.de), Große Aula, Eintritt frei. • Mittwoch, 7. Dezember, „Wünsche und Vorstellungen“: 9-12.30 Uhr Vorträge, 14-15 Uhr Erfahrungsberichte, 15.15-17.15 Uhr Workshops, 19.30 Uhr: Film „Holz Erde Fleisch“, Capitol Kino. • Donnerstag, 8. Dezember, „Suchen und Finden“: 9-12.30 Uhr Vorträge, 14-17.15 Uhr Workshops. • Freitag, 9. Dezember, „Verhandeln und Umsetzen“: 9-12.30 Uhr Vorträge, 14-17.15 Uhr Workshops, 21 Uhr Konzert, Cloverfield Farmers, Zeichensaal. • Samstag, 10. Dezember: 9 - 10.30 Uhr Diskussion „Keine Zukunft ohne Junglandwirte“, 11 bis 14 Uhr Abschluss. Mehr Infos: www.konferenz-witzenhausen.de

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