Sarah Lesch und Bastian Bandt in Witzenhausen

Konzert von Leipziger Liedermachern im Sammelsurium

Gemeinsam auf Tourneebesuch in Witzenhausen: Die Leipziger Liedermacher Sarah Lesch und Bastian Bandt erzählten einfühlsame Geschichten aus ihrem Leben und von ungewöhnlichen Orten. Foto: Neugebauer

Witzenhausen. Geschichten aus dem Leben erzählten die Liedermacher Sarah Lesch und Bastian Bandt bei ihrem Konzert mit dem Titel „Fahnen auf Halbmond" im Sammelsurium Witzenhausen.

Dabei gaben sie Einblick in ihr Leben und ihre Gefühlswelten und nahmen das Publikum mit auf ihre Reise. So verriet Lesch den Zuhörern, dass die Inspiration für ein neues Lied auch schon mal aus ungewöhnlichen Situationen oder ungewöhnlichen Orten entstehen kann. „Für 70 Cent kann mal auch mal ein bisschen länger auf der einer Sanifair-Toilette an der Autobahn verweilen, um sich ein paar Stichpunkte zu notieren“, sagte Lesch, die das Lied „Reise Reise“ auf der Autobahnfahrt nach ihrem letzten Konzertbesuch in Witzenhausen geschrieben hat.

Lesch hatte auch eine Liebeserklärung an ihre ehemalige Wahlheimat Tübingen dabei, in der sie mehr als sieben Jahre wohnte. Mit „Adieu“ besang sie melancholisch und einfühlsam die Schönheiten der Stadt, die durch das Gitarrenspiel ihres Partners das italienische Flair ihres Klein-Venedig erhielt. Aber auch Bandt erzählte mit kraftvoller und schneller Stimme, was er sich einfallen ließ, um eine Bardame in einer Kneipe von ihm zu überzeugen. Überhaupt waren ihre Episoden sehr realitätsnah und ihre Stimmen den jeweiligen Stücken angepasst. Während Bandt sich mal mit rollender und rauchiger Stimme gab, aber auch gefühlvoll konnte, gab sich seine Partnerin mal als Piratenbraut oder mal sanft und zart.

Auch instrumental war Lesch sehr variabel. Mal begleitete sie ihren Partner mit der Konzert- oder der Oktavgitarre, der Ukulele oder ahmte wie beim „Sorry Baby“ vokal die Trompete nach. Die Zuschauer dankten es mit zwischenzeitlichem Szenenapplaus. Beide Liedermacher erzählten einfühlsam die Geschichte vom Älterwerden und dem Festhalten an den schönen Momenten des Lebens.

„Noch fünf Minuten bitte“ lautete der Titel, bei dem auch so mancher Besucher hoffte, dass der Abend noch lange nicht vorbei wäre. Als es dann doch so weit war, dankten es die Zuschauer mit einem nicht enden wollenden, rhythmischen Applaus, der nach zwei Stunden Konzert noch mit einer Zugabe belohnt wurde. (znb)

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