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Werra-Meißner-Kreis ist für Ukraine-Flüchtlinge bereit

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Von: Stefan Forbert

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Ein Großzelt steht im Rohbau da.
Ob wie vor sieben Jahren wieder Zeltstädte wie in Hessisch Lichtenau (unser Bild) für Flüchtlinge aufgebaut werden müssen, ist derzeit noch völlig unklar. © Lothar Röß

Müssen wie vor sieben Jahren Zeltlager aufgebaut werden, um geflüchteten Menschen eine erste geschützte Unterkunft auch im Werra-Meißner-Kreis zu bieten? Als 2015 viele Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien nach Deutschland kamen, war Mitte September binnen 24 Stunden eine Zeltstadt für 580 Menschen auf dem Sportplatz von Hessisch Lichtenau geschaffen worden.

Werra-Meißner – „Wir wissen weder, wie viele Menschen, noch wann sie da sind“, erklärte Kreissprecher Jörg Klinge gestern auf Anfrage. Der Landkreis kümmert sich in Zusammenarbeit mit den 16 Städten und Gemeinden seit einer Woche darum, für jene Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine eine erste Unterkunft zu finden, die keine Anlaufadresse in Deutschland haben. Erste Ukrainer – hauptsächlich Frauen mit Kindern – kamenschon vergangene Woche in den Werra-Meißner-Kreis, wurden aber von Verwandten, Freunden oder Bekannten aufgenommen. Viele werden jedoch noch erwartet.

Wer keine Anlaufstelle weiß, soll sich bei den Erstaufnahmestellen der Bundesländer einfinden, für Hessen ist dies die Einrichtung in Gießen. Von dort sollen die Gestrandeten verteilt werden. Gestern Vormittag sollen schon gut 600 Menschen dort gewesen sein.

Bislang sei aber weder ein Bedarf an Plätzen, noch ein Transport angekündigt, sagte Klinge. Der Landkreis gehe davon aus, dass dies noch erfolgt und die Flüchtlinge nach einem Schlüssel auf die Landkreise verteilt werden. Aktuell lägen noch keine „belastbare Zahl“ vor.

„Wir richten uns natürlich darauf ein“, erklärte Klinge, Man könne auch kurzfristig entscheiden, Vorbereitungen dazu habe man – auch jetzt über das Wochenende – getroffen. Was also, wenn kurzfristig ein erster Bus mit 50 Flüchtlingen aus Gießen angekündigt wird? „Das ist kein Problem“, sagt Klinge.

Der Landkreis hält es seinen Worten zufolge für sinnvoll, die Menschen zunächst in größeren Einrichtungen gesammelt unterzubringen. Das erleichtere, ihnen Informationen zu geben, was als nächstes zu tun ist. Beispielsweise gehöre das Thema Impfen dazu. Wo die Unterkünfte seien könnte, wollte Klinge nicht sagen.

Aufgrund des Aufrufs an die Bürger, freien und kurzfristig zur Verfügung stehenden Wohnraum anzubieten, habe der Kreis – auch über die Kommunen – schon „viele Meldungen“ bekommen, so Klinge. „Das ist schon sehr gut angelaufen.“

Freier Wohnraum kann gemeldet werden

Angebote für Wohnraum für Flüchtlinge können beim Landkreis weiterhin gemeldet werden per E-Mail unter wohnraum@werra-meissner-kreis.de. Für die Mitteilungen sollte der Rückmeldebogen verwendet werden, der im Internet unter werra-meissner-kreis.de/sonderseite-ukraine-krieg herunterladbar ist. Gemeldete Unterkünfte werden gesammelt und auf ihre Nutzbarkeit hin bewertet. Der Kreis meldet sich dann bei konkretem Bedarf beim Anbieter zurück.   (sff)

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