Witzenhausen

Kritik vor allem an der Ausgangssperre: Passanten haben geteilte Meinung zu Corona-Notbremse

Einkaufen im Einzelhandel nur noch mit Termin und negativem Coronatest: Die Corona-Notbremse gilt jetzt auch im Werra-Meißner-Kreis.
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Einkaufen im Einzelhandel nur noch mit Termin und negativem Coronatest: Die Corona-Notbremse gilt jetzt auch im Werra-Meißner-Kreis.

Nun gelten die Einschränkungen der Corona-Notbremse auch im Werra-Meißner-Kreis. Die Passanten in Witzenhausen äußern sich kritisch.

Witzenhausen - Der Grund für die neuen Einschränkungen dafür: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in den vergangenen drei Tagen über dem Wert von 100. Das bedeutet für die Einwohner des Kreises nun weitere Beschränkungen für private Treffen, eine Ausgangssperre ab 22 Uhr und Einkaufen im Einzelhandel nur noch mit negativem Coronatest.

Was sagen die Kreisbewohner zu den neuen Regeln? Wir haben darüber mit Passanten in der Witzenhäuser Innenstadt gesprochen. Da viele die neuen Coronaregeln kritisierten, wollten uns die meisten ihren Namen nicht verraten und auch nicht mit Foto in der Zeitung erscheinen. Anonym äußerten sie jedoch ihre Meinung.

Ein älterer Mann pausierte am Werraufer auf einer Bank von seiner Fahrradtour. „Ich fühle mich nicht besonders eingeschränkt. So spät sind wir Alten doch eh nicht mehr unterwegs“, sagte er lachend über die Ausgangssperre. „Die Einschränkungen betreffen eher die jungen Leute. Das Risiko, sich anzustecken, ist immer da, wenn man sich mit Menschen trifft. Ich finde die Einschränkungen daher richtig.“ Ein 20-Jähriger aus Witzenhausen ärgerte sich hingegen ganz besonders über die Ausgangssperre. Er sagte: „Dass man sich derzeit nicht mit Freunden treffen soll, verstehe ich ja. Aber warum ich nicht wenigstens allein abends Autofahren darf, erklärt sich mir nicht.“

Ein Fahrschullehrer aus dem Kreis Eichsfeld hatte in diesem Punkt eine ähnliche Meinung. „Ich finde die Ausgangssperre schwierig. Ich denke, die Menschen treffen sich dadurch eher heimlich oder übernachten sogar beieinander.“ Er würde sich einen härteren Lockdown für wenige Wochen wünschen. „Einmal alles zu schließen, wäre meiner Meinung nach effektiver. Gut finde ich aber schon mal, dass es jetzt bundesweit einheitliche Regeln gibt.“

Eine junge Frau ging mit ihrer Mutter in der Innenstadt spazieren. „Wir haben mit der Ausgangssperre kein Problem. Dass man nicht einkaufen gehen kann, ist schade.“ Für sie waren die neuen Regeln für den Einzelhandel teilweise verwirrend und undurchsichtig. „Wir brauchen einen negativen Coronatest, um in den Baumarkt zu gehen, aber Leute mit Gewerbeschein brauchen den nicht – können Selbstständige nicht mehr ansteckend sein?“, fragen sie sich. (Anna Weyh)

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