Kundgebung trotz bevorstehenden Baubeginns

Unterrieden: Neue Brücke über Werra als Verbindung nach Witzenhausen

Abriss und Neubau der Fußgänger- und Radfahrerbrücke in Unterrieden stehen unmittelbar bevor. Dann soll auch ein Baustellenschild mit einer Skizze der neuen Brücke aufgestellt werden.
+
Abriss und Neubau der Fußgänger- und Radfahrerbrücke in Unterrieden stehen unmittelbar bevor. Dann soll auch ein Baustellenschild mit einer Skizze der neuen Brücke aufgestellt werden.

Eine Kundgebung der besonderen Art erlebten am Samstagnachmittag mehr als 30 Teilnehmer in Unterrieden.

Unter dem Motto „Zwei Jahre Brücken-Lockdown“ wurde dem zweiten Jahrestag des Rampenabbruchs der hölzernen Brücke für Fußgänger- und Radfahrer und der damit verbundenen Unterbrechung der Verbindung nach Witzenhausen durch die Wendershäuser Aue gedacht.

Besonders war zum einen der Veranstaltungsort. Organisator Fred El-Fayoumy hatte dafür nicht das Gelände an der Brückenruine gewählt, sondern den Lindenplatz im Ortskern. Grund dafür war die Tatsache, dass die Bauarbeiten an der neuen Brücke unmittelbar bevorstehen und dafür sogar schon Baumaschinen bereitstehen.

„Wir sind heute zusammengekommen, weil wir zeigen wollen, dass wir noch da sind, dass wir die neue Brücke unbedingt wollen und dass wir aktiv an der Zukunft unseres Dorfes mitarbeiten wollen“, sagte Fred El-Fayoumy. Auch wenn es mit dem Brückenneubau viel länger gedauert habe als erwartet, sei dies ein Tag der Freude. „Das Licht am Ende des Tunnels kommt näher“, meinte der Diplomingenieur.

Von der Stadtverwaltung fordere er allerdings mehr Transparenz: „Bis jetzt haben wir nur einen Vorentwurf der neuen Brücke gesehen und werden jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Den angekündigten Baubeginn in der kommenden Woche nannte er „das Ende einer langen Leidenszeit“.

Kundgebungs-Organisator Fred El-Fayoumy forderte von der Witzenhäuser Stadtverwaltung mehr Transparenz bezüglich des Brückenneubaus.

Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz, für den sich nach eigener Aussage „der Sinn der Veranstaltung nicht ganz erschlossen hat“, rechtfertigte in seinem Rückblick den langwierigen Planungsprozess. Demnach hätten die Vorbereitungen „enorm viel Zeit“ in Anspruch genommen, da zahlreiche Behörden und Institutionen involviert gewesen seien und europaweite Ausschreibungen gemacht werden mussten. „Dabei wurde der Unterriedener Ortsbeirat über alle Schritte informiert“, betonte Herz.

Am Ende sei es der Bauverwaltung dennoch gelungen, dieses große Projekt mit einem Investitionsvolumen von mehr als 1,2 Millionen Euro „in Rekordzeit“ durchzuziehen.

Den Vorwurf einer Teilnehmerin, dadurch Vertrauen verspielt zu haben, dass er vor zwei Jahren angekündigt habe, die Bauarbeiten für die neue Brücke würden im Frühjahr 2020 beginnen, wies Herz kategorisch zurück. „Ich habe damals gesagt, dass das eventuell möglich wäre, wenn alles optimal läuft“, so der Bürgermeister. Dies sei aber eben nicht der Fall gewesen, wobei die Schuld dafür keinesfalls bei der eigenen Bauverwaltung lag.

„Wir sollten alle froh sein, dass es nächste Woche endlich losgeht und Sie in einem Jahr die Brücke wieder überqueren können“, meinte Herz. Und er freue sich schon jetzt darauf, das dann zusammen mit den Unterriedenern feiern zu können.

(Per Schröter)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.