Mahnfeuer gegen uneingeschränkte Ausbreitung

Landwirte, Schäfer und Jäger warnen vor dem Wolf

Dohrenbach. Der Wolf breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Auch wenn im Werra-Meißner-Kreis noch keiner gesichtet wurde, machen sich die Halter von Weidetieren schon jetzt Sorgen. Aus diesem Grund beteiligte sich der Kreisbauernverband am Freitag am deutschlandweiten Mahnfeuer.

Im Werra-Meißner-Kreis fand die Veranstaltung gegen die uneingeschränkte Ausbreitung des Wolfes auf dem Betrieb von Lars und Tatiana Duclos in Dohrenbach statt. 

Mehr als 50 Landwirte, Schäfer und Jäger waren gekommen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. „Im vergangenen Jahr lebten in Deutschland bereits 46 Wolfsrudel“, sagt Kreisbauernverbands-Vorsitzender Torsten Möller. Das stelle vor allem die Weidetierhalter vor große Probleme, da auf der Suche nach Nahrung immer wieder Nutztiere gerissen werden. „Dabei kommt es häufig zu völlig atypischem Verhalten der Wölfe, weil sie nicht nur ein Tier reißen und sich daran satt fressen, sondern gleich einen Großteil der Herde töten“, so Möller. Kehre der Wolf in den Kreis zurück, sei die Existenz vieler Weidetierhalter gefährdet. „Wir Schäfer haben schon jetzt jeden Tag Sorge, dass etwas passiert“, sagt Herbert Albrecht-Vogelsang aus Marzhausen. „Wenn wir das Problem Wolf erst mal hier haben, dann ist eine artgerechte Tierhaltung und Beweidung von Flächen kaum noch möglich und dann hören die meisten Schäfer auf“, warnt er. Das wiederum würde dann zu einer Verbuschung der Landschaft führen, von der auch die zahlreichen Naturschutzgebiete nicht verschont blieben.

Aus diesem Grund fordern der Kreisbauernverband und die Weidetierhalter des Kreises Unterstützung beim Herdenschutz durch Land und Bund sowie die Aufnahme des bislang unter Artenschutz stehenden Wolfes in das Jagdrecht. „Schließlich sollen Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde und Gehegewild auch weiterhin artgerecht auf der Weide gehalten werden können“, sagt Möller. Würden tatsächlich Tiere gerissen, müsse es zudem ausreichende Entschädigungen geben. „Es stellt sich hier niemand hin und sagt, es müssten alle Wolfe totgeschossen werden“, betont Möller. Aber es müsse die Möglichkeit geschaffen werden, zumindest auffällige Tiere entnehmen zu können. „Artenschutz ist gut und wichtig“, ergänzt Gastgeberin Tatiana Duclos. „Aber Artenschutz muss auch mit Augenmaß gemacht werden.“ (per)

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