Unterstützung für jene, die wegen Corona ihren Nebenjob verloren haben

Lebensmittelpakete sollen Studierenden in Witzenhausen helfen

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Helfen mit Mehl, Nudeln und Reis: Christian Schäfer (von links), Kiran Zehra Zaidi und Katja Eggert packen Lebensmittelpakete.

Lebensmittelpakete von Stadt und Kirche, 200 Euro vom Land und finanzielle Nothilfe vom Bistum Fulda: Das soll Witzenhäuser Studierenden helfen, die wegen Corona ihre Nebenjobs verloren haben und nun nicht mehr weiterwissen.

Stadt und evangelische Kirche versorgen seit Gründonnerstag Studierende mit Lebensmitteln. Hilfe bekommen sie dabei vom Pfadfinderstamm Witta und vom Verein Aufwind. Viel Dankbarkeit hat der evangelische Studierendenpfarrer Dr. Christian Schäfer erfahren. „Durch die Zusammenarbeit vermeiden wir den Aufbau von Doppelstrukturen“, betont Katja Eggert von der Stadtverwaltung.

Vor allem die internationalen Studierenden freuen sich über die Unterstützung, die sie im Kollmannhaus an der Steinstraße 21 erhalten. Sie machen ein Viertel der insgesamt 1200 Witzenhäuser Studierenden aus. Eine Studentin aus Pakistan hat ein Danke-Video ins Netz gestellt.

„Die internationalen Studierenden sind besonders hart von der Corona-Krise betroffen“, weiß Pfarrer Schäfer.

„Sie müssen zwar vor der Einreise in Deutschland nachweisen, dass sie ihren Aufenthalt – etwa durch Stipendien oder Geld von den Eltern – finanzieren können“, ergänzt Sozialberater Mike Böse vom Studierendenwerk Kassel in Kassel. Viele seien aber trotzdem auf Minijobs etwa in der Gastronomie oder im Einzelhandel angewiesen. Derzeit suchten viele von ihnen seinen Rat.

„Wir haben einen Notfond, bewilligen die Einmalhilfe des Landes über 200 Euro und können den jungen Menschen auch bei der Miete für das Wohnheimzimmer entgegenkommen“, sagt Böse. Damit die Studierenden bald wieder Zugang zum günstigen Mensaessen erhielten, würden demnächst wahrscheinlich Mahlzeiten zum Mitnehmen ausgegeben.

„Bei uns hat sich die Zahl der Anträge auf finanzielle Nothilfe in den vergangenen Wochen vervierfacht“, berichtet Pastoralreferent Benedikt Ströher von der Katholischen Hochschulgemeinde. Derzeit liegen ihm und seinen Kollegen 50 Anträge vor. Zwei, drei Monate lang können sie Studierende in Kassel und Witzenhausen mit Beträgen zwischen 250 und 400 Euro unterstützen. Das Bistum Fulda hat die Gesamtsumme gerade noch einmal aufgestockt. „Die Universität stellt von Mai an mehr Mittel für wissenschaftliche Hilfskräfte zur Verfügung“, kündigt Holger Mittelstraß, Studienkoordinator am Standort Witzenhausen, an. „Wenn die Krise länger anhält, wird die Zahl der Studienabbrecher steigen“, warnt Pastoralreferent Ströher. „Wir schätzen, dass ein Drittel der ausländischen Studierenden am Semesterende nach Hause geflogen ist“, berichtet Studienkoordinator Mittelstraß. Sie kämen nun aufgrund geschlossener Grenzen beziehungsweise fehlender Flugverbindungen nicht zurück. Das sei zunächst einmal nicht so schlimm, da der Fachbereich seit Semesterbeginn am Montag mehr als 80 Prozent der Pflicht- und Wahlpflichtkurse online anbiete. Die Praxisteile würden voraussichtlich erst im Juni oder Juli anlaufen.

Kontakt: Lebensmittelspenden für Studierende in Not sind in Witzenhausen in den beiden Edeka-Märkten, bei Tegut und Aldi möglich. Kontakt: Katja Eggert, Tel. 0 55 42/50 81 05.

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