„Leergut statt Leerstand“

Studenten stellen Witzenhäuser Ausschuss Stadtentwicklungskonzept vor

Für die Brücken- und die Ermschwerder Straße – hier vom Marktplatz aus gesehen – stellen sich die Studierenden eine einheitliche Möblierung vor.
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Für die Brücken- und die Ermschwerder Straße – hier vom Marktplatz aus gesehen – stellen sich die Studierenden eine einheitliche Möblierung vor.

Eine Innenstadt kann nur dann belebt werden, wenn die Bürger die Angebote auch nutzen. Das ist eine der Anregungen, die Prof. Ulf Hahne von der Universität Kassel den Mitgliedern des Witzenhäuser Stadtentwicklungsausschusses am Dienstag mit auf den Weg gab.

Witzenhausen - Mit 18 Studierenden des Fachgebiets Stadtplanung hat er sich von Oktober bis Februar unter dem Motto „Witzenhausen 4.0 – Lokale Ökonomie in die Innenstadt!“ mit der Frage beschäftigt, wie eben diese attraktiver gestaltet werden kann.

Um Konflikte zu vermeiden, sollte laut den Studierenden der Verkehr neu strukturiert werden. Dafür stellen sie sich die Walburger Straße vom Kreisel bis zur Steinstraße als Fahrradstraße vor, auf der Busse und Autos zwar erlaubt, den Fahrrädern jedoch untergeordnet sind. Der Zollamtsplatz stadteinwärts hinter der Werrabrücke soll zu einem Raum werden, der von Fußgängern, Radlern und Autofahrern gleichberechtigt genutzt wird. Sobald eine zweite Werrabrücke steht, soll die alte nur noch für Radler und Fußgänger zugelassen sein. Die Unterführungen sind laut der Präsentation dann überflüssig und können zugeschüttet werden, wodurch mehr Platz am Werraufer und damit dessen Aufwertung entstehe.

Um Schwerlastverkehr in der Innenstadt zu vermeiden, soll die alte Post als zentrale Anlieferungsstelle fungieren. Schwere Pakete könnten dann mit Lastenrädern weiter transportiert werden.

Um die Brücken- und die Ermschwerder Straße als Fußgängerzone zu stärken, stellen sich die Studierenden eine einheitliche Möblierung und Beleuchtung vor. Zudem soll durch die Verbindung der Grünbereiche durch Anpflanzungen ein grünes Band von der Steinstraße über Marktplatz und Liebfrauenkirche bis zum Philosophenweg entstehen.

Die Studierenden regen zudem an, die Gestaltungssatzung von 1982 zu überarbeiten, als auch leer stehende Schaufenster für Präsentationen zur Verfügung zu stellen. Zudem raten sie zu einem einheitlichen Design von Stadt und Tourist-Information und einem Slogan, der an zentralen Stellen wie dem Bahnhof per Fahne auf die Stadt aufmerksam macht.

Wichtig sei es, so die Arbeitsgruppe, dass Eigentümer von Räumen auf Zwischennutzer zugehen. So könnten etwa zeitbegrenzte Projekte wie das Café Ute Schlonz entstehen – wie im vergangenen Winter. Unter dem Motto „Leergut statt Leerstand“ könne sich eine Gruppe bilden, die Suchende und Eigentümer zusammenbringt.

Sowohl für die Innenstadtentwicklung, als auch für die Schaufenstergestaltung und eine geänderte Gestaltungssatzung haben die Studierenden den Ausschussmitgliedern Infomappen an die Hand gegeben. Sie sollen als Grundlage für weitere Diskussionen in den Fraktionen und dienen. (nde)

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