So läuft die Ausleihe in Stadtbibliotheken im Werra-Meißner-Kreis

Während Corona: In Witzenhausen gibt es Lesestoff auf Bestellung

Witzenhausens Bücherei verleiht ihre Medien derzeit nur nach Bestellung: Tobias Salzmann und Monika Karnebogen von der Witzenhäuser Stadtbücherei stehen mit Büchertaschen im Eingangsbereich.
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Witzenhausens Bücherei verleiht ihre Medien derzeit nur nach Bestellung: Tobias Salzmann und Monika Karnebogen mit Büchertaschen.

Eingeschränkte Öffnungszeiten, begrenzte Besucherzahlen, zurückhaltende Nutzer: Die Corona-Zeit macht den Büchereien zu schaffen. Dabei haben die Menschen jetzt eigentlich Zeit zum Lesen.

Werra-Meißner – Komplett gesperrt für den Besucherverkehr ist derzeit Witzenhausens Ernst-Koch-Bücherei im Sommermannschen Haus. Leser müssen sich nun im 29 000 Titel starken Online-Katalog suchen, was sie brauchen, und ihre Bestellung dann telefonisch oder per E-Mail abgeben. Monika Karnebogen und Tobias Salzmann packen den gewünschten Lesestoff in Tüten und stellen sie im Vorraum der Bibliothek zum Abholen bereit.

„Für dieses Angebot, das Kontakte vermeidet, sind die Älteren dankbar“, beobachtet Salzmann. Junge Familien freuen sich, dass die Bibliothek trotz allem weiterhin geöffnet ist. Ihr Bedarf nach Büchern zur Beschäftigung der Kinder ist in Zeiten von Homeschooling und Homeoffice besonders groß. Zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Studierenden unter den Lesern. Viele sind aufgrund des Uni-Online-Unterrichts gar nicht in der Kirschenstadt. Insgesamt ist die Zahl der aktiven Nutzer von 620 Personen (2019) auf 566 Personen (2020) gesunken. Auch die Zahl der Ausleihen pro Besuch nahm ab, weil Leser nun keine Zufallsfunde beim Stöbern mehr machen.

Ruhig ist es gegenwärtig in Großalmerodes Schul- und Stadtbücherei in der Gesamtschule. „Vor Corona verbrachten hier teilweise bis 90 Kinder gleichzeitig ihre Pause“, erzählt Leiterin Petra Köhrich. Nach dem ersten Lockdown wurde die Zahl auf maximal 20 Besucher begrenzt. Köhrich teilte Eintrittskarten aus. „Seit Ende der Winterferien sind kaum noch Kinder in der Schule“, berichtet die Büchereileiterin. Auch aus dem Ort kommt fast niemand mehr. Köhrich freut sich, wenn wenigstens eine Person am Tag sich etwas von den insgesamt 13 000 Medien ausleiht. Aufgrund der geringen Nachfrage machen Köhrich und ihre Kollegin Anett Haus nun zwei Stunden früher Feierabend.

Nur Montag- und Donnerstagnachmittag ist derzeit die Schul- und Stadtbücherei Hessisch Lichtenau geöffnet. Die Öffnungszeiten an den Vormittagen hat die Leitung der Freiherr-vom-Stein-Schule vorerst gestrichen. Maximal zwei Personen dürfen zeitgleich in die Bibliothek herein, die über 7000 Bücher verfügt. „Jeweils zwei Besucher sind auch durchgehend da“, freut sich Leiterin Maria Köthke. Junge Eltern suchen Bücher für ihre Kinder, Erwachsene schätzen die reiche Auswahl an Krimis.

„Vor Weihnachten fragte jemand bei uns nach Kinderbüchern“, berichtet Rosemarie Noll, die sich um die Hessisch Lichtenauer Stadtteilbücherei in Velmeden kümmert. Seither sei niemand mehr ins Amtszimmer des Alten Pfarrhauses gekommen. Noll wundert das nicht. „Die Zahl unserer Leser, überwiegend Senioren, ist seit Jahren stark rückläufig.“ Michael Caspar

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