So tanken Schüler auf

Bewegungsübungen schärfen Aufmerksamkeit an Lindenhofschule in Gertenbach

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Auftanken: Die Viertklässler Lea, Fernando, Shalyn, Nikol und Linus (von links) demonstrieren die sensomotorischen Übungen, die an der Lindenhofschule auch Tankstellen genannt werden. Schulleiterin Petra Heinemann, Ergotherapeutin Claudia Bürmann und Klassenlehrerin Kerstin Deist (hinten von links) schauen ihnen dabei über die Schultern.

Gertenbach. Sechs Jahre ist es her, dass an der Lindenhof-Grundschule in Gertenbach die „Regulationstankstellen“ eingeführt wurden.

Jetzt wurde die von der Witzenhäuser Ergotherapeutin Claudia Bürmann entwickelte Methode zur Verbesserung der Aufmerksamkeit eine Woche lang aufgefrischt – auch dank der finanziellen Unterstützung von 2400 Euro durch die Hilfsaktion „Kinder für Nordhessen“.

Handeln selbst regulieren

„In der heutigen Zeit sind Schulkinder in ihrer physischen Entwicklung und in der Reifeprozessentwicklung sehr unterschiedlich“, sagt Schulleiterin Petra Heinemann. Nicht zuletzt aus diesem Grund biete die Lindenhofschule ihren Schülern an, durch sensomotorische Strategien – auch „Tankstellen“ genannt – ihre Aufmerksamkeitsleistung zu verbessern und damit ihr Handeln selbst zu regulieren.

„Wenn ein Kind müde wird oder merkt, dass es dem Unterricht nicht mehr folgen kann, kann es mit einminütigen Übungen wie dem Balancieren eines kleinen Sandsackes auf dem Kopf, dem Auseinanderziehen eines elastischen Bandes oder dem Drücken von zwei kleinen Bällen ihre Körperwahrnehmung wieder stärken, sich selbst zentrieren und danach die Aufgaben wieder viel besser angehen“, sagt Bürmann. 

Lernverzögerte Kinder brauchen Tankstellen

Damit würden die Voraussetzungen für erfolgreiche Lern- und Arbeitsprozesse geschaffen. „Die Regulationstankstellen nützen allen Kindern“, betont Petra Heinemann. Gute Schüler würden von der Selbstbeobachtung und dem klar strukturierten „Auftanken“ während der Arbeit profitieren. „Lernverzögerte Kinder brauchen die Tankstellen, um ausdauernder und konzentrierter zu arbeiten“, so die Schulleiterin.

Außerdem hätten die positiven Lernerlebnisse auch Auswirkungen auf das soziale Miteinander und förderten eine ausgeglichene Lernatmosphäre. 

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