Nach Vandalismus: Ludwig-Erhard-Statue bekommt neue Nase

Bildhauerin Karin Bohrmann reparierte die Erhard-Statue: Unbekannte hatten unter anderem die Nase der Kanzler-Skulptur abgebrochen. Foto: Metzler

Witzenhausen. Die Statue vom früheren Bundeskanzler Ludwig Erhard am Eingang der Fußgängerzone in der Witzenhäuser Brückenstraße bekam am Dienstagmorgen einen neuen Anstrich.

Bildhauerin Karin Bohrmann modellierte dem Vater der sozialen Marktwirtschaft eine Nase aus Blitzzement und überstrich das von Unbekannten aufgemalte Hitlerbärtchen.

Seit ihrer Einweihung am 17. Dezember wurde die Statue mehrfach beschädigt, die Nase abgebrochen. Nun hat das Bauamt der Stadt den Auftrag erteilt, das Kunstwerk zu reparieren.

Wie es mit Erhard und dem Projekt „Museum am Weg“ weitergeht, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. Laut Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) soll darüber in einer Magistratssitzung gemeinsam mit Initiator Jürgen Rippel diskutiert werden. Der Zusammenhang zwischen Ludwig Erhard und Witzenhausen soll neu definiert und folglich über den Standort der Statue beraten werden. „Der Bundeskanzler soll sich 1955 in Witzenhausen aufgehalten und Kriegsheimkehrer begrüßt haben. Dementsprechend haben wir den Standort gewählt“, sagt Fischer. Das ist jedoch umstritten.

Jürgen Rippel, Initiator von „Museum am Weg“, ist froh, dass Erhard zusammengeflickt wird. „Endlich kann er wieder riechen“, scherzt der Marketing-Experte. Rippel möchte sich nicht auf die politische Ebene beschränken, wenn es um die Skulptur geht. Es würde ihm auch nichts ausmachen, eine Willy-Brandt-Statue neben Ludwig Erhardt zu platzieren, wenn er einen Bezug zur Kreisstadt hätte. „Dann könnten sich beide die Hände reichen“.

Viel wichtiger ist für ihn der geschichtliche Hintergrund: „Die Skulptur steht für die Ära des Wirtschaftswunders, welche auch ein Teil von Witzenhausen ist.“

Erhard und auch die anderen Statuen sollen im Rahmen des Projektes das Interesse an der Vergangenheit im Bürger wecken. „Sie ist die Wurzel unserer Identität. So können wir mit geschärftem Blick in die Zukunft schauen.“

Als weiteren Vorreiter nannte der Marketing-Experte den Erfinder des Heilfastens, Otto Buchinger, der in den 1920er-Jahren eine Fastenklinik in der Kirschenstadt gründete. „Erfolgreiche Beispiele motivieren“, sagt Rippel.

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