Keil gibt Amt nach schlechtem Wahlergebnis auf

Lukas Sittel wird SPD-Fraktionschef in Witzenhausen

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Neuer Fraktionschef der SPD im Witzenhäuser Parlament: Lukas Sittel

Witzenhausen. Sechs Wochen nach der verlorenen Bürgermeisterwahl zieht die SPD in Witzenhausen Konsequenzen aus dem Wahlergebnis.

Lukas Sittel wird ab sofort die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung führen. Der bisherige Fraktionschef Markus Keil hatte Anfang der Woche seinen Posten zur Verfügung gestellt. Laut einer SPD-Mitteilung soll Keil mit Stephan Göbel Sittels Stellvertreter werden.

Der 32-jährige Ingenieur Sittel ist seit der Kommunalwahl 2016 Stadtverordneter und engagiert sich im Haupt-, Finanz- und Rechtsausschuss sowie im Bauausschuss. Zeitweise leitete er zudem den Sozialausschuss. Im März hatte er sich wie Keil um den Posten des SPD-Bürgermeisterkandidaten beworben, aber sein Angebot zurückgezogen, als klar war, dass die meisten Ortsvereine Keil unterstützen würden. Sittel war damals von der Partei bereits das Amt des Fraktionschefs in Aussicht gestellt worden.

Nachdem Keil bei der Bürgermeisterwahl nur 23,6 Prozent aller Stimmen erreichte und die Stichwahl verpasste, sehen die Genossen nun die Notwendigkeit, ihre Partei neu zu ordnen. „Wir müssen die Bürger mehr einbeziehen“, sagt Sittel. Zugleich müsse man nach dem erhitzten Bürgermeisterwahlkampf wieder mehr Themen und sachliche Argumente statt Personaldebatten ins Zentrum der Politik stellen. Ein drängendes Thema sei die Suche nach einer Versammlungshalle als Ersatz für das Bürgerhaus. „Das beschäftigt die Menschen“, sagt Sittel. Bürgermeister- und Bundestagswahl hätten das Interesse etlicher Bürger an der Politik wieder geweckt, es seien viele gute Ideen im Umlauf. Jetzt müsse man sehen, ob und wie man diese bezahlen könne.

Keil konzentriert sich auf Stadtverband

Markus Keil

Markus Keil wird sich künftig auf die Arbeit im SPD-Ortsverband konzentrieren und daran arbeiten, die Ortsvereine auf die nächste Kommunalwahl im Jahr 2021 vorzubereiten. „Wir brauchen mehr Beteiligung aller Personenkreise für wichtige Themen in Witzenhausen und die Motivation zum Mitmachen auch auf politischer Ebene“, teilt er mit. Das politische Klima in Witzenhausen sei deutlich rauer geworden, seit der Bürgermeisterwahlkampf auch stark über die sozialen Netzwerke geführt wurde und es teilweise persönliche Angriffe auf Familienmitglieder der Kandidaten gab, bedauert Keil. Trotzdem: „Politik bleibt meine Leidenschaft.“ 

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