Garten-Tipps

Fehler beim Rasenmähen: Darum sollte man Mährobotor niemals nachts fahren lassen

Diesen Fehler beim Rasenmähen sollten Sie vermeiden: Mähroboter sollte man nie nachts fahren lassen.
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Diesen Fehler beim Rasenmähen sollten Sie vermeiden: Mähroboter sollte man nie nachts fahren lassen.

Für das Rasenmähen gibt es einiges zu beachten. Wer einen Mähroboter besitzt, sollte diesen keinesfalls bei Nacht durch den Garten fahren lassen.

Witzenhausen - Tiefe Schnittwunden im Gesicht, abgefahrene Füßchen oder aufgerissene Bäuche: Nicht selten werden Igel Opfer von Begegnungen mit Mährobotern im Garten. Gabriele Kaestner vom Tierheim Eschwege hat solche Fälle schon gesehen. Meistens konnte den Tieren nicht mehr geholfen werden, die Verletzungen waren zu schwer. „Dem letzten Igel, den man zu uns gebracht hat, hatte so ein Mähroboter das halbe Gesicht abgeschnitten“, erzählt Gabriele Kaestner. Ein schlimmer Anblick und für das Tier sehr schmerzhaft. „Igel rollen sich zusammen, sie erstarren und bleiben einfach liegen, wenn sie Gefahr wittern“, weiß sie. Das wird den Tieren zum Verhängnis, denn die Mähroboter machen nicht Halt.

Tierärztin Dr. Marion Andreas hatte ebenfalls schon einen Patienten, der sein Zusammentreffen mit einem Mähroboter sicher nicht vergessen wird: Das Gerät fuhr einem Labradorrüden, der im Gras lag, über den Schwanz. „Die Verletzungen waren schwer, wir konnten die Rute zwar retten, aber die Behandlung hat mehrere Wochen gedauert“, erinnert sie sich.

Ein Igel ist in Nordrhein-Westfalen von einem Mähroboter verletzt worden. Er hatte Glück im Unglück.

Experte spricht Klartext: „Mähroboter haben im Garten nichts verloren“

Mähroboter haben im privaten Garten eigentlich nichts verloren“, sagt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Naturschutzbunds Hessen (Nabu). Neben der Gefahr, die sie für viele Gartentiere darstellen, würden sie der Artenvielfalt schaden, da durch sie ein mangelndes Nahrungsangebot für Insekten, Singvögel, Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien und Igel entstehe. Wildkräuter und Blüten hätten auf den meist zu kurz geschnittenen Rasenflächen keine Chance. Dabei seien sie so wichtig für die Gärten und ihre tierischen Bewohner. Sie müssten dadurch oft deutlich längere und gefährlichere Wege bei der Nahrungssuche zurücklegen. Igeln fällt es so schwer, genügend Reserven für das Überwintern aufzubauen.

Auch ein insektenfreundlicher Garten kann hübsch aussehen: Gut zu sehen am Beispiel des Gartens von Thomas Nicolai und Marion Bieker aus Ellingerode.

Werner Haaß, der Vorsitzende der Nabu-Gruppe Roßbach, sieht die Gefahr weniger in den Mährobotern selbst als in der falschen Anwendung der Geräte. „Wenn die Mähroboter nachts laufen, ist die Verletzungsgefahr für Igel oder Amphibien groß“, weiß er. Sie können dem Sog und der zerstörerischen Zerkleinerungswirkung des Mähroboters oft nicht ausweichen und werden überrollt, verstümmelt oder sogar getötet.

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Tipps für den Garten: Kurz geschnittener Rasen braucht mehr Wasser

Zudem muss kurz geschnittener Rasen öfter gewässert werden, was vor allem in den trockenen Sommermonaten zu einem weitaus höheren Wasserverbrauch in den Gärten führt und ein großes Problem darstellt. „Lässt man den Rasen jedoch etwas länger stehen, beschattet er sich selbst und trocknet nicht so schnell aus“, weiß Werner Haaß. „Wie problematisch extrem trockene Sommer sind, haben wir in Hessen die letzten Jahre bereits erfahren müssen.“ Kurz getrimmte Rasen sind laut Nabu zu Zeiten der Klimakrise nicht zeitgemäß. Denn: „Trinkwasser ist zu kostbar, um für unnötiges Rasensprengen verwendet zu werden.“

Beim Mähen sollte man darauf achten, immer nur einen Teilbereich des Rasens zu mähen und dann nach etwa zwei Wochen den nächsten. So haben die tierischen Gartenbewohner Zeit, zwischen den Bereichen zu wechseln, und es bleibt immer eine sichere Insel stehen, lautet ein wichtiger Tipp des Naturschutzbundes. (Wiebke Huck)

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