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Maik John ist mehr als 41.000 Kilometer gelaufen und war in Witzenhausen

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Von: Marvin Hinrichsen

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Freude über das neue Smartphone: Pilger Maik John (links) und Michael Shell am Handyshop und Ballon-Laden in Witzenhausen.
Freude über das neue Smartphone: Pilger Maik John (links) und Michael Shell am Handyshop und Ballon-Laden in Witzenhausen. ©  Marvin Hinrichsen

Er pilgerte über Stock und Stein, ist Weltrekordhalter und war jetzt in Witzenhausen. „Maik John war kurz im Ballon-Laden, um sich zu erkundigen, ob er sein Handy reparieren lassen kann“, sagt der Inhaber des Handyshops und Ballon-Ladens Michael Shell.

Witzenhausen – Als er erfahren habe, wer da vor ihm steht, sei für ihn klar, er möchte Maik John ein neues Handy spenden. „Ich finde, es ist eine großartige Leistung von ihm und ich möchte das gerne unterstützen und ihm das Smartphone schenken“, schwärmt Shell.

Weltrekordhalter bekommt in Witzenhausen Handy gesponsert

Die Freude über das Handy ist bei Maik John riesig. „Ich finde toll, dass mich die Leute so unterstützen und ganz ohne Handy geht es eben nicht“, schildert John. Zwar sei er niemand, der dauernd, das Handy bräuchte, aber für Notfälle sei es ratsam, immer eins in der Tasche zu haben. Maik John ist mehr als 41.000 Kilometer gepilgert und war unter anderem in Norwegen, Finnland, Portugal und Italien. „Angefangen hat alles 2013“, erinnert sich John. Damals habe er in Mühlhausen in einer Bäckerei gearbeitet, als er sich dazu entschloss, die lange Reise anzutreten.

Nun, neun Jahre später, hat er mehr als 3000 Stempel im Pilgerausweis gesammelt und circa zehn Paar Schuhe verschlissen. „Als ich angefangen habe zu pilgern, wusste ich gar nicht so recht, was ich alles brauche“, sagt John. Es sei die erste Zeit sehr hart gewesen, aber er habe nie daran gedacht, aufzugeben. „Ich habe mir das selber eingebrockt, habe ich mir immer wieder gesagt“, so John.

Die notwendige Ausrüstung habe er nach und nach erhalten: „Wanderschuhe und Wanderrucksack, diese Dinge, habe ich erst später gesponsert bekommen“. Auf seiner langen Reise habe er die schönsten Erfahrungen gemacht und sich auf einer ganz anderen Ebene kennenlernen können. „Es ist nicht nur so, dass ich noch näher zu Gott gefunden habe, sondern auch sehr viele tolle Menschen kennengelernt habe“. Die prägendste Erfahrung sei in Italien in einem Kloster gewesen, dort habe ihm ein Pfarrer einen Flug spendieren wollen. Als John jedoch ablehnte, hätte der Geistliche ihm 300 Euro gegeben.

Er sei dankbar für alle Erfahrungen und könne nur jedem empfehlen, die Pilger-Reise anzutreten. „Es ist eine tolle Gelegenheit, zu sich selbst zu finden“.

(Marvin Hinrichsen)

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