Majestäten helfen viel vor Ort

Witzenhausens Kirschenkönigshaus zieht eine Bilanz des Corona-Jahres

Autor Per Schröter (Mitte) konferierte mit Martha Schönert (im Uhrzeigersinn), Katja Grunewald, Samira Michelle Winter, Kirschenkönigin Sophia Mausolf und Antonia Niemeier.
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Autor Per Schröter (Mitte) konferierte mit Martha Schönert (im Uhrzeigersinn), Katja Grunewald, Samira Michelle Winter, Kirschenkönigin Sophia Mausolf und Antonia Niemeier.

Auch wenn viele Termine ausfielen, das Witzenhäuser Kirschenkönigshaus hatte gut zu tun.

Witzenhausen – In Zeiten von Corona ist kaum mehr etwas, wie es normalerweise ist. Das gilt auch für das Witzenhäuser Kirschenkönigshaus. Warum für die nach wie vor amtierende Königin Sophia I. und ihre drei Thronfolgerinnen Samira, Martha und Antonia trotz vieler Einschränkungen nicht alles schlecht war und nach wie vor auch ist, erzählten sie uns bei einer Videokonferenz.

Nachdem bereits früh feststand, dass die Kesperkirmes in diesem Jahr ausfallen würde, entschieden die Verantwortlichen, das amtierende Königshaus ein weiteres Jahr im Amt zu lassen und ihm bis zur Kesperkirmes 2021 drei Thronfolgerinnen zur Seite zu stellen. Auf diese Aufgabe wurden die Roßbacherin Samira Michelle Winter (18), die Hessisch Lichtenauerin Antonia Niemeier (24) und die Ermschwerderin Martha Schönert (27) nach Beendigung des ersten Lockdowns durch Katja Grunewald von der Touristinfo Witzenhausen vorbereitet, die seit Langem die Witzenhäuser Kirschenkönigshäuser betreut. „Um auf Nummer sicher zu gehen und um die Abstandsregeln einhalten zu können, fand das bei mir im Garten statt“, erinnert sich Grunewald zurück.

Bis zum Lockdown Mitte März war die Regentschaft von Kirschenkönigin Sophia I. sowie ihrer Prinzessinnen Anna und Anastasia ganz normal verlaufen. „Wir haben im Februar noch an einem sehr schönen Prinzenball teilgenommen, bevor dann alles abflachte“, erzählt Sophia. Weil die Zahl der Termine rapide abnahm, habe man sich anderen Beschäftigungen gewidmet. „Wir haben beispielsweise angefangen, Masken mit Kirschenmotiven zu nähen“, sagt Sophia. Insgesamt 150 seien dann gegen eine Spende abgegeben worden. Der Erlös sei nach Uganda gegangen, wo davon Schulbänke für eine Dorfschule angeschafft worden seien. „Wir haben auch viel online gemacht und waren sehr aktiv in den sozialen Netzwerken unterwegs“, so Sophia.

Auch wenn sich die Zahl der Termine für die drei Thronfolgerinnen bislang in Grenzen hielt, konnten sie ihren ersten Monaten im Amt viel Schönes abgewinnen. „Wir sind ja während der Pandemie in unsere Rollen reingerutscht und kannten es dadurch gar nicht anders“, sagt Martha Schönert. Ein echter Höhepunkt ihrer bisherigen Zeit im erweiterten Königshaus sei im September eine Fahrt nach Bad Bevensen gewesen, wo alle sechs Majestäten zum ersten und bislang einzigen Mal gemeinsam auftraten. „Da sind wir schon sehr aufgefallen“, meint Antonia Niemeier. „Und es war das erste Mal, dass wir unsere tollen Autogrammkarten herausgeben konnten“, ergänzt Samira Michelle Winter.

„Es war einfach anders in diesem Jahr“, sagt Katja Grunewald. Etwa die Hälfte der geplanten Auftritte sei weggefallen, es wurde überwiegend mit Maske gearbeitet und es wurde viel geschaut, wie man vor Ort helfen konnte. „Bei einer Aktion haben wir beispielsweise Kirschen gepflückt und diese dann in Altenheime gebracht“, so Grunewald. „Für uns als amtierendes Königshaus ist es schön, dass wir zwei Jahre dieses tolle Amt bekleiden dürfen“, sagt Sophia I.. „Und für uns hat es von Anfang an den Druck rausgenommen und wir hatten viel mehr Zeit, um uns auf unsere Zeit als Königin und Prinzessinnen vorzubereiten“, ergänzt Antonia Niemeier.

Für das kommende Jahr wünschen sich alle dasselbe: Das Ende der Pandemie, mehr Kontakte, mehr Menschen zu treffen und mehr zu erleben. „Das wünschen wir aber nicht nur uns, sondern allen Menschen“, sagt Martha Schönert. „Und natürlich, dass alle gesund bleiben oder schnell wieder gesund werden. Das ist schließlich das Allerwichtigste“, so die Thronfolgerin.

Von Per Schröter

Eine Kesperkirmes gab es trotz Corona auch in diesem Jahr – allerdings vor allem virtuell.

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