Spontane Anmeldung nach fünf Jahren Abstinenz - Zwei Wochen Vorbereitungszeit

Marchingband aus Witzenhausen war bei Meisterschaften in Hameln

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In Formation: Beim Auftritt in Hameln hat die Show- und Marchingband „The Devils“ den fünften Platz belegt – und sich somit nach fünf Jahren Showabstinenz zurückgemeldet. 

Witzenhausen/Hameln. „Von Jubelschreien bis hin zu Tränen war alles dabei." So beschreibt Andreas Herwig, erster Corpsdirector von „The Devils", die Emotionen nach dem Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften in Hameln am vergangenen Wochenende.

Nach einem spontanen Entschluss hatte die Show- und Marchingband gerade einmal 14 Tage Zeit, sich auf ihre Show in Hameln vorzubereiten. „Die Anmeldefrist war eigentlich Anfang Juli, aber seitens unserer neuen Mitglieder, die noch nie eine Show gelaufen sind, kam der Wunsch, noch kurzfristig daran teilzunehmen“, sagt Andreas Herwig.

Um trotz mangelnder Vorbereitungszeit, die normalerweise ein Jahr beträgt, eine gute Show abzuliefern, verdoppelten die Mitglieder ihre Trainingseinheiten auf viermal die Woche. „Uns war aber von vorn herein klar, dass wir auf dem letzten Platz landen werden, weil es uns noch an Übung und Technik fehlte.“ Mit ihrer Show unter dem Motto „Le Varieté“, bei der sie unter anderem „Like a prayer“ von Madonna spielte, belegte die Marchingband dann auch den fünften und somit letzten Platz.

Umso schöner war die Akzeptanz, mit der die anderen Corps den kurzfristigen weiteren Teilnehmer willkommen geheißen haben. „Das Publikum war auf unserer Seite, das hat uns motiviert.“ Mitglieder der anderen Vereine hatten sogar Plakate mit der Aufschrift „Sieger der Herzen“ hochgehalten.

Fünf Jahre hatte sich die Marchingband aus Witzenhausen nur auf Konzerte und Paraden bei Straßenumzügen konzentriert - in erster Linie aus Kostengründen. „In einem Jahr haben wir an drei Meisterschaften teilgenommen und 25.000 Euro investiert“, sagt Herwig. Neben Gebühren für die Anmeldung, müsse der 140-köpfige Verein die Kosten für das Schreiben neuer Musikstücke, die Gestaltung der Show, Trainer, Kostüme, eventuelle Zusatzinstrumente, Fahrt, Unterbringung und Verpflegung aufbringen. „Wenn man die gleiche Show zwei Jahre hintereinander läuft, wird sie von den Wertungsrichtern beim zweiten Mal nicht mehr so gut bewertet“, sagt Herwig, der zu den Gründungsmitgliedern gehört. Trotz Mitgliederbeiträgen und Honorar für Paraden sei eine Teilnahme an Meisterschaften sowie die Ausbildung der Jugendlichen ohne Sponsoren nicht möglich. Denn das Preisgeld bei den Meisterschaften ist gering. Der dritte Platz bei den Weltmeisterschaften bringt zum Beispiel 350 Euro.

Trotzdem möchten die Musiker versuchen, im nächsten Jahr wieder an Meisterschaften teilzunehmen. Wenn es finanziell zu stemmen ist, denn 2017 steht auch das 25-jährige Jubiläum der Marchingband an, was mit einem Festwochenende Ende April gefeiert werden soll.

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