Marktplatz Witzenhausen: Bauausschuss will Betonsteinpflaster

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Wie soll der Marktplatz aussehen? Der Bauausschuss begutachtete am Dienstag die beiden Musterflächen neben dem Rathaus. Das linke Bild zeigt die rötliche Variante mit Klaus Hagedorn (von links), Jörg Losemann, Peter Schill und Dr. Rita Weber-Wied, das rechte die graue Variante mit Bauamtsleiter Bernd Westermann und Georg Gries vom Seniorenrat.

Wegweisende Entscheidungen fällten die Mitglieder des Witzenhäuser Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung.

Witzenhausen. Der Bereich der Bushaltestelle am Marktplatz in Witzenhausen wird im rot-anthrazit-farbenem Betonpflaster gestaltet – dafür entschieden sich die Mitglieder des Bauausschusses am Dienstag. Nur Hans-Walther Hebel (CDU) sprach sich dagegen aus. Der Beschluss ist auch ein Fingerzeig für die Neugestaltung des Marktplatzes, die in den nächsten Jahren kommen soll.

Denn Marktplatz und Haltestelle sollen in einheitlichem Gewand daher kommen. Die Walburger Straße soll – anders als im März angekündigt – nicht mit dem Material des Marktplatzes gepflastert, sondern asphaltiert werden, weil die Fläche sich sonst sechs Wochen setzen müsste, bevor man den Verkehr darüberleiten könnte, sagte Bauamtsleiter Bernd Westermann. Dann müsste man den Bereich deutlich länger sperren als die derzeit veranschlagten sechs Wochen während der Sommerferien. Die Fahrbahndecke könnte gestalterisch aber an die Farbgebung der Umgebung angepasst werden, so Westermann.

Er hatte mit Bauamtsmitarbeiter Werner Fischer nach einem geeigneten Pflaster gesucht, sich von Firmen beraten lassen und Marktplätze in der Region dafür in Augenschein genommen. Das Ergebnis: zwei Musterflächen mit Betonsteinpflaster neben dem Rathaus – eine rötliche und eine graue. Die Farbe soll sich am Gestein der Region (Wesersandstein und Basalt) orientieren, sie sei extra für Witzenhausen hergestellt worden und 40 bis 50 Jahre sicher lieferbar. Ein Naturstein-Muster wurde nicht verlegt.

Westermann sprach sich in der Sitzung für Betonsteinpflaster und gegen Naturstein aus – auch wegen der Kosten. Indischer Granit sei zwar günstiger als europäischer, in den Steinbrüchen gebe es aber oft Kinderarbeit. Granit aus Europa sei mit 144 Euro pro Quadratmeter viermal so teuer wie Betonsteinpflaster, berichtete Werner Fischer. Letzteres koste 38,50 Euro pro Quadratmeter – für eine hochwertige Teflonversiegelung, die vor Moosbewuchs schützt und gut gereinigt werden könnte, würden nochmals 16 Euro/Quadratmeter fällig. Man habe ein Angebot für 3200 Quadratmeter eingeholt, so Werner Fischer. Damit würden allein für das Material 123 200 Euro fällig (174 400 Euro mit Teflon).

Für den Denkmalschutz sei ein Betonsteinpflaster akzeptabel, vor allem wenn es mit Natursteinen strukturiert würde, so Westermann. Eine konkrete Planung für die Gestaltung des Marktplatzes müsse noch ausgearbeitet werden, dabei sollen auch die Bürger beteiligt werden. Wie die Umgestaltung finanziert werden soll und wann die Arbeiten beginnen, ist noch offen. Zunächst müssen geeignete Fördertöpfe gefunden werden.

Von Friederike Steensen

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