Parlament vergibt Auftrag

Marktplatz Witzenhausen: Landschaftsarchitekt Reschke macht das Rennen

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So könnte es aus Fußgängersicht aussehen: Franz Reschke will in seinem Marktplatz-Entwurf das Witzenhäuser Rathaus auf eine Fläche stellen, die anders gepflastert ist als der Rand außen.

Nach monatelangen Diskussionen steht nun fest: Der Berliner Landschaftsarchitekt Franz Reschke wird die Umgestaltung des Witzenhäuser Marktplatzes begleiten.

Franz Reschke, Landschaftsarchitekt

Die Stadtverordneten votierten am Dienstag fast einmütig für seinen Entwurf, der im Wettbewerb auf Platz 3 gelandet war. Nur Hans Spinn (AfW) stimmte dagegen, weil er den etwas moderner anmutenden Entwurf des konkurrierenden Büros Impuls (Jena) schöner fand.

Nach der ausführlichen Debatte im Bauausschuss brauchten die Stadtverordneten jetzt nur noch 15 Minuten für ihr Votum. Sie lobten, dass Reschke die Platanen ohne besonderen Schnitt erhalten und die historischen Lampen – kombiniert mit neuer LED-Technik – weiterverwenden will. 

Nur Barbara Schröter (FWG) äußerte Bedenken: Sie fürchtet, dass der Verkehr auf der Walburger Straße lauter zu hören sein wird, wenn die Fahrbahn mit farbigen Epoxidharz beschichtet und optisch dem Marktplatz angepasst werden soll. 

Hier beruhigte Stadtverordnetenvorsteher Peter Schill (SPD): Solche Fragen könnten bei den anstehenden Detailplanungen geklärt werden. Dann sollen auch die genauen Kosten ermittelt werden, etwa für das Pflaster. Das Budget der Stadt für die Marktplatzumgestaltung liegt bei 1,5 Millionen Euro. 

Laut Andreas Gerstenberg (CDU) könnte es aber sein, dass angesichts der aktuellen Lage in der Baubranche die Arbeiten teurer werden. Daher müsse man auf die Kosten achten und sich etwa für günstigeres Material als das angedachte Natursteinpflaster entscheiden.

Reschke hatte in der Bürgerversammlung vor einer Woche klar gemacht, dass er weiter offen sei für Gespräche über die nächsten Planungsschritte. Er sei bereit, Bürger und Anlieger frühzeitig in die Planung einzubeziehen, und regte an, neue Details anhand von Modellen oder Materialmustern – etwa für Pflaster und Bänke – im Stadtraum auszustellen, statt sie nur auf der Internetseite der Stadt zu veröffentlichen. „Analog ist manchmal besser als digital“, sagte er.

Der Landschaftsarchitekt geht von einer Bauzeit von 1,5 Jahren aus. Um die Auswirkungen für Anlieger und Geschäfte so gering wie möglich zu halten, plädierte Uwe Arends (Grüne) dafür, den Marktplatz in Abschnitten auszubauen. Bürgermeister Daniel Herz zeigte sich nach der Abstimmung erleichtert: „Jetzt können wir endlich das Vorzeigeprojekt für den Stadtumbau aufs Gleis setzen.“ Ein erneutes Bürgerbegehren gegen die Pläne sei innerhalb der nächsten drei Jahre rechtlich nicht möglich. 

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