Gesundheitsamt sendet Nachweise und nutzt Luca-App

Mehr Normalität für Genesene und Geimpfte im Werra-Meißner-Kreis

Mit negativem Test darf man derzeit wieder die Gastronomie im Kreis besuchen. Genesene und Geimpfte müssen keinen Testnachweis vorlegen.
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Mit negativem Test darf man derzeit wieder die Gastronomie im Kreis besuchen. Genesene und Geimpfte müssen keinen Testnachweis vorlegen.

Menschen, die von einer Corona-Infektion genesen oder dagegen geimpft sind, genießen auch im Werra-Meißner-Kreis seit den jüngsten Lockerungen einige Vorteile.

Werra-Meißner – Zwar müssen sie noch Masken tragen, aber in der Gastronomie, in Läden oder beim Friseur entfällt für sie die Testpflicht, wenn sie ihren Status nachweisen können – was mitunter zu Neid bei jenen führt, die noch auf einen Impftermin warten. Gleichzeitig berichten uns Leser, dass Genesene und aus der Quarantäne entlassene Menschen gemieden werden, weil ihr Gegenüber fürchtet, dass die Person noch ansteckend ist. Wir haben beim Gesundheitsamt nachgefragt. Die wichtigsten Antworten:

Infizierte und ihre engen Kontaktpersonen werden 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Sind sie danach noch ansteckend?

„Wenn das Gesundheitsamt die Personen aus der Quarantäne entlässt, ist davon auszugehen, dass diese nicht mehr ansteckend sind“, sagt Kreissprecherin Sylvia Weinert. Quarantänisierte Personen würden regelmäßig zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Sie würden erst aus der Quarantäne entlassen, wenn keine Ansteckungsfähigkeit mehr besteht. Daher sei es nicht nötig, sich nach der Quarantäne wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr krankschreiben zu lassen oder Urlaub zu nehmen – wie offenbar einige Arbeitgeber im Landkreis von Betroffenen gefordert haben.

Was sollten Genesene beachten?

Genesenen rät Weinert, die AHA-Regeln weiter einzuhalten. Auch für Geimpfte und Genesene gelten Maskenpflicht und Abstandsgebot.

Leser berichten von Schuldzuweisungen, sie hätten das Virus etwa in die Kita gebracht. Sind solche Vorwürfe bei diffusem Infektionsgeschehen berechtigt?

„Wenn die allgemeinen Hygienevorgaben eingehalten werden, ist die Weiterverbreitung des Virus minimiert“, sagt Weinert. Deshalb sollten Personen mit Symptomen auf keinen Fall Kitas oder Schulen besuchen. „Diffuses Infektionsgeschehen bedeutet, dass es keine Ausbruchssituation an einem bestimmten Ort gibt“, so Weinert weiter. Vereinzelte Infektionen können auftreten, wenn Hygienevorgaben nicht eingehalten werden. Die Infektionsketten ließen sich nicht immer ganz zurückverfolgen: „Das Gesundheitsamt kann nur mit den Ermittlungsergebnissen arbeiten, die die Befragten angeben.“

Können Geimpfte das Virus weitergeben?

„Grundsätzlich schützt die Impfung individuell vor schweren Verläufen, nicht aber zu 100 Prozent vor einer Infektion“, so Weinert. Auch Geimpfte können eine Infektion weitergeben, die Viruslast ist bei ihnen aber laut Robert-Koch-Institut geringer.

Wie kann man seine Genesung nachweisen?

Das Gesundheitsamt des Kreises verschickt automatisch Genesenennachweise, sagt Weinert. „Menschen, deren positiver PCR-Test vier Wochen bis zu einem halben Jahr alt ist, gelten als immun“, ergänzt Kreissprecher Jörg Klinge. Auch für Menschen, deren Infektion mehr als sechs Monate zurückliegt, sei der Nachweis wichtig, da sie vorerst nur einmal geimpft werden. „In Kombination mit dem Impfausweis können sie so im Kino oder Restaurant nachweisen, dass sie mit nur einer Impfung vollständigen Impfschutz haben“, sagt Klinge und rät Betroffenen, sich zur Erstimpfung anzumelden. Der Genesenennachweis sei mehrsprachig und so auch im Urlaub einsetzbar.

Was tut sich bei der Kontaktnachverfolgung?

Das Gesundheitsamt kann nun auch die Luca-App nutzen. Nutzer hinterlegen dazu auf ihrem Smartphone ihre Kontaktdaten. „Über einen QR-Code checken sie etwa bei einem Restaurantbesuch ein und sind so in der Anwendung registriert“, so Weinert. Falls sich eine registrierte Person infiziert, kann das Gesundheitsamt alle Personen, die sich im direkten Umfeld aufgehalten haben, per App benachrichtigen. „Durch die schnellere Übermittlung von Kontaktdaten sollen Infektionsherde so klein wie möglich gehalten werden.“ So entfalle auch die Übermittlung und das Auswerten von Listen in Papierform. Die App könne auch für private Treffen genutzt werden. (Friederike Steensen)

Tipps zu App und Impfung

Infos zur gewerblichen Registrierung bei der Luca-App gibt es auf der Internetseite der Luca-App oder bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises, Tel. 0 56 51/744 90.

Infos rund um die Impfung bietet das Robert-Koch-Institut in einem großen FAQ.

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