Neue Technik für Kliniken

Mehr Sicherheit bei Eingriffen an Wirbelsäule und Schilddrüse in Kliniken im Werra-Meißner-Kreis

Drei Männer stehen um ein großes, medizinisches Gerät herum
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Investition in die Zukunft: Klinik-Geschäftsführer Matthias Adler (von links), Chefarzt Stefan Kistner und Bereichsleiter Ralf Krakowiak freuen sich über die Neuanschaffung.

Neuanschaffungen für mehr Sicherheit: Die Kliniken in Witzenhausen, Hessisch Lichtenau und Eschwege investieren in neue Medizintechnik.

Hessisch Lichtenau/Eschwege/Witzenhausen – Die Kliniken im Werra-Meißner-Kreis investieren in Medizintechnik. An der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau gibt es drei große Neuanschaffungen. Sie kommen im Bereich der Wirbelsäulenorthopädie zum Einsatz, wie die Orthopädische Klinik mitteilt. Dabei sollen sie die Qualität der Operation erhöhen und die Belastungen für den Patienten minimieren.

Mit einem neuen 3D-C-Bogen kann nun die Lage von Wirbelsäulenimplantaten während der Operation durch Röntgenstrahlen direkt in hochauflösenden Bildern dargestellt werden. Das helfe den Operateuren, ein Implantat korrekt zu platzieren.

Neue Technik für Kliniken im Kreis: Komplikationen verringern

Besonders bei anatomisch herausfordernden Verhältnissen könnten so Komplikationen nach der Operation verringert werden, informiert das Klinikum. Mit den Geräten seien auch minimalinvasive Schnitte möglich. Aufgrund seiner Form eines „C“ könne das Röntgengerät um den Patienten rotieren, ohne dass die Position auf dem OP-Tisch verändert werden müsse.

Der neue OP-Tisch besteht zudem aus gebogenen Kohlefaserplatten, die eine deutlich höhere Strahlendurchlässigkeit der Röntgenstrahlen zulasse und eine Verzerrung in der Darstellung minimiere, so das Klinikum. Dadurch kann die Strahlendosis entscheidend minimiert werden, was sowohl dem Patienten als auch dem OP-Team zugutekommt.

Der Tisch ist maximal verstellbar und passt sich an die anderen Geräte an, sodass während des Eingriffs aufwendige Umbauten entfallen und die Operationszeit sich deutlich reduziert. Ergänzt wird das System von einem neuen Operationsmikroskop, M530 OHX.

Neue Technik für Kliniken im Kreis: Operationen sicherer machen

Mit den hochwertigen Optiken können empfindliche anatomische Strukturen, insbesondere der Wirbelsäule, deutlich genauer abgebildet werden. „Das ist definitiv ein großer Sprung nach vorn“, erklärt der Chefarzt der Wirbelsäulenorthopädie, Stefan Kistner. Diese Arbeitsgeräte seien wichtige Bausteine, um sich weiterzuentwickeln.

Das Klinikum Werra-Meißner hat sich ein Gerät zur Überwachung eines Stimmband-Nervs angeschafft, das Operationen an der Schilddrüse sicherer machen soll. Das Gerät wird sowohl in Eschwege als auch in Witzenhausen verfügbar sein, da es sich gut transportieren lässt, teilt das Klinikum in einer Presseerklärung mit.

Am Mittwoch ist das Gerät erstmals von Prof. Dr. Michael Korenkov, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, und seinem Team verwendet worden. Bei einer Operation an der Schilddrüse gehe es meistens darum, einen oder beide Lappen der Schilddrüse wegen vorhandener Knoten zu entfernen.

Neue Technik für Kliniken im Kreis: Impulse sichtbar machen

Der Stimmband-Nerv verlaufe sehr eng an der Schilddrüse. Um ihn dabei nicht zu beschädigen, sei die Überwachung elementar wichtig.

Mit der Neuanschaffung sei das nun im Gegensatz zum Vorgängermodell kontinuierlich während der Operation möglich. „Wir sind erst die dritte Klinik, die über dieses Gerät verfügt“, sagt Korenkov.

Bei der Technik werden Elektroden auf dem großen Halsnerv platziert, die diesem kleine Stromimpulse versetzen. Sie werden über den Beatmungsschlauch aufgefangen und auf einem Monitor sichtbar und über einen Lautsprecher hörbar gemacht. (Evelyn Ludolph)

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