Werleshausen

Messerattacke: Gutachter weist Befangenheitsvorwurf zurück

Werleshausen. Genau in der kombinierten Persönlichkeitsstörung, die er bei dem Angeklagten diagnostiziert hatte, sieht Gutachter Dr. Georg Stolpmann die Beweggründe für den Befangenheitsantrag gegen ihn.

Im Verfahren um die Messerattacke von Werleshausen nahm der forensische Psychiater am Dienstag vor der 6. Großen Strafkammer am Landgericht Kassel Stellung zu den Vorwürfen gegen ihn. Ob dem Ablehnungsgesuch stattgegeben wird, entscheidet das Gericht in nicht öffentlicher Beratung. Am Freitag will es die Entscheidung bekannt gegeben.

Aktualisiert am 21. Januar 2015 um 16.06 Uhr

Der der Anstiftung zum versuchten Mord angeklagte 23-Jährige hatte das über ihn von dem Göttinger Neurologen erstellte Gutachten angezweifelt. Am Dienstag durfte sich dieser zu der Kritik äußern. In dem Antrag sieht der Gutachter den Versuch, die Verantwortlichkeit auf ihn, den Sachverständigen, zu verschieben: Stolpmann erkannte Hinweise, dass der Angeklagte versuche, „mich und andere zu manipulieren“. Eben das sei ein Merkmal der kombinierten Persönlichkeitsstörung. Staatsanwältin Angela Kleine-Kraneburg würdigte Dr. Stolpmann als einen „erfahrenen, langjährigen Sachverständigen“. Er habe keine Informationen zurückgehalten oder verdreht. Vielmehr rühre das Ansinnen des Angeklagten daher, dass das Ergebnis des Gutachtens nicht das von diesem erhoffte gewesen sei, sagte sie. Denn der Experte bescheinigte dem 23-Jährigen „keine schwere Störung“ und auch keine erhebliche Einschränkung der Steuerungsfähigkeit, wovon die zu erwartende Haftstrafe abhängt. Nicht zuletzt aus diesem Grund hakte Vorsitzender Richter Volker Mütze gestern akribisch Punkt für Punkt des Ablehnungsgesuchs ab. (and)

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