Messerattacke in Werleshausen: Anwalt hält Gutachter für befangen

Kassel/Werleshausen. Eine unerwartete Wende gab es am Donnerstag im Prozess um die Messerattacke von Werleshausen vor der 6. Großen Strafkammer des Landgerichts Kassel.

Strafverteidiger Sven Schoeller stellte für seinen Mandanten, den der Anstiftung zum versuchten Mord angeklagten 23-jährigen Rosenheimer, einen Befangenheitsantrag gegen den Facharzt für forensische Psychiatrie, Dr. Georg Stolpmann aus Göttingen, als Gutachter. Der Prozess wurde unterbrochen.

Daraufhin wurden zwei zusätzliche Verhandlungstage angesetzt. Ursprünglich waren für gestern die Plädoyers von Staatsanwältin Angela Kleine-Kraneburg und der Verteidiger vorgesehen. Doch durch den Antrag von Anwalt Sven Schoeller änderte sich alles. Kurzfristig wurde der erfahrene und bei Gericht angesehene Gutachter aus Göttingen nach Kassel bestellt.

Allerdings erbat dieser wiederum sich mehr Zeit, um sich mit den Vorwürfen auseinander setzen zu können. Er nehme den Ablehnungsantrag „sehr ernst“ und wolle seine Stellungnahme „nicht mit heißer Nadel stricken“. Deshalb billigte ihm das Schwurgericht nun bis nächsten Dienstag zu, sich mit dem zehnseitigen Befangenheitsantrag zu befassen.

Ursprünglich sollte die Beweisaufnahme am Donnerstag abgeschlossen und nächste Woche das Urteil verkündet werden. (and)

Weitere Details vom Verhandlungstag lesen Sie in der gedruckten Freitagausgabe.

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