Montag erneut vor Gericht

Staatsanwaltschaft will höhere Strafe für Messerstecher

Werleshausen/Kassel. Der Messerstecher von Werleshausen, der im Mai 2014 zwei Männer teils lebensgefährlich verletzte, und sein Auftraggeber müssen erneut vors Landgericht Kassel.

Ende Januar 2015 waren der heute 35 Jahre alte Haupttäter aus Stuhr im Landkreis Diepholz von der 6. Strafkammer zu zwölf Jahren und sein Anstifter aus Rosenheim zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Bundesgerichtshof hob Strafe auf

Am Montag nun wird sich die 1. Strafkammer als Schwurgericht erneut mit dem Fall beschäftigen. Denn der Bundesgerichtshof hat das Urteil von Januar 2015 bezüglich des Strafmaßes aufgehoben und an eine andere Strafkammer des Landgerichts Kassel zurückverwiesen.

Die Karlsruher Richter folgten damit dem Einwand der Staatsanwaltschaft Kassel. Die hatte in ihrer Revision bemängelt, dass das Gericht strafmildernd die ausgehandelte Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 17 500 Euro berücksichtigt hatte. Darin sieht die Staatsanwaltschaft einen Rechtsfehler. Diese Zusage sei nicht als ein so genannte Täter-Opfer-Ausgleich und deshalb auch nicht strafmildernd zu werten.

Staatsanwaltschaft legte Revision ein

Ziel der Revision durch die Staatsanwaltschaft ist es, eine höhere Strafe zu erwirken. Das sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Dr. Götz Wied, auf Anfrage.

Seine Kollegin Angela Kleine-Kraneburg hatte in den damaligen Verfahren eine lebenslange Haft für den Haupttäter gefordert und ihm eine „übermäßige Gier nach Geld“ unterstellt, als er einen damals 27-jährigen Werleshäuser im Mai 2014 „heimtückisch“ mit 19 Messerstichen schwer verletzte. Auch für den heute 25-Jährigen aus Rosenheim, der aus „Neid und Missgunst“ zu dem Mordversuch angestiftet habe, blieb das Gericht mit seinem Schuldspruch unter den von der Staatsanwältin geforderten zwölf Jahren Freiheitsentzug zurück.

In der Berufungsverhandlung hat das Schwurgericht nur über das Strafmaß zu entscheiden, an der eigentlichen Verurteilung der Täter hatte der Bundesgerichtshof nichts zu beanstanden. Einen Revisionsantrag des Haupttäters hatten die Karlsruher Richter verworfen.

Info: Montag, 9. Mai, 9 Uhr, Saal E 119, Landgericht Kassel

Von Andrea Liese

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