Mit dem Stäbchen in die Nase

HNA-Redakteurin macht den Selbstversuch im Corona-Testzentrum

Günther Sieber macht bei HNA-Redakteurin Nicole Demmer den Abstrich.
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Günther Sieber macht bei HNA-Redakteurin Nicole Demmer den Abstrich.

HNA-Redakteurin Nicole Demmer hat den Selbstversuch im Corona-Testzentrum gemacht.

Witzenhausen – Donnerstag, 14 Uhr – gleich geht es los, das Testzentrum in Witzenhausen wird geöffnet und ich darf ausprobieren, wie das Prozedere vor sich geht.

Allerdings waren ein paar Stunden vor mir schon Ungeduldige an der Turnhalle an der Südbahnhofstraße, wo das Ganze stattfindet. Bereits morgens um 8 Uhr wurde beim Hausmeister geklingelt und nach einem Test gefragt, berichtet Carla Schäfer von der Rübezahl-Apotheke, die die kostenlosen Tests in Kooperation mit der Stadt-Apotheke von Achim Krohne durchführt. Schnell waren die ersten Testtage ausgebucht. „Gott sei Dank testet das DRK ab nächster Woche mit“, sagt Carla Schäfer. Alleine wäre es nicht zu schaffen.

Als ich dran bin, werden erst einmal meine Daten abgefragt: Der Name und die E-Mail-Adresse, an die ich mein Testergebnis geschickt bekomme ebenso wie meine Adresse, Telefonnummer und das Geburtsdatum – hier darf nicht geschummelt werden, denn das Geburtsdatum ist gleichzeitig das Passwort, mit dem ich später das Testergebnis abrufen kann. Mit dem Personalausweis werden die Angaben kontrolliert. Dann muss ich noch zustimmen, dass meine Daten verarbeitet werden und ein positives Ergebnis dem Gesundheitsamt gemeldet werden muss. Positiv Getestete müssen dann gleich in Quarantäne und einen sogenannten PCR-Test beim Arzt machen, erklärt Krohne. Die Frage, ob ich Erkältungssymptome habe, kann ich verneinen – sonst hätte ich auch nicht getestet werden dürfen.

Weiter geht es zu Günther Sieber. Der Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin ist verrentet und hat sich daher freiwillig angeboten, bei den Tests zu helfen. Vorsichtig streicht er mit einem Tupfer durch meine beiden Nasenlöcher – Ich merke kaum etwas davon, da war mein tiefer Halsabstrich im vergangenen Jahr deutlich schlimmer.

Den Tupfer hält Sieber dann 30 Sekunden in eine Testlösung, die mögliche Viren löst. Danach kommt diese Lösung auf eine Testkassette. „Sie erkennt Bestandteile des Virus“, erklärt Sieber. Dann heißt es 15 Minuten warten. Die Kassette wird ausgelesen wie ein Schwangerschaftstest: Erscheint ein Strich heißt es, dass der Test funktioniert, erscheint ein zweiter, bin ich positiv. Zum Glück bleibt es bei dem einen Strich.

Das heißt auch, dass meine Daten nach 72 Stunden gelöscht werden, erklärt Schäfer. Die Daten positiv Getesteter werden nach einem Monat gelöscht.

Wer sich jetzt auch testen möchte, kann das für das Testzentrum in Witzenhausen über die Internetseite apo-schnelltest.de/wmk tun – und diese Variante ist den Verantwortlichen auch am liebsten, sagt Schäfer. Denn für jeden zu Testenden stehen nur fünf Minuten zur Verfügung. Und bei der Online-Anmeldung liegen die bei mir abgefragten Daten schon vor. (Nicole Demmer)

Getestet wird in voller Schutzkleidung. Die trägt auch das Team, das am Auftaktag testet: Alicia Indelen (von links), Anke Dräbing, Günther Sieber, Achim Krohne und Carla Schäfer.
Die Testflüssigkeit kommt auf eine Kassette.
Das Ergebnis: negativ.

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