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Aus dem Werra-Meißner-Kreis nach Kamerun

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Von: Christoph Cortis

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Kirchenkreis-Delegierter Christoph Kühne (Zweiter von rechts) mit (von links) der Zweiten Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses, Bettina Brübach-Teye, Dekanin Ulrike Laakmann und Neu-Eichenbergs Gemeindepfarrer Christian Neie-Marwede
Gute Wünsche im Reisegepäck: Kirchenkreis-Delegierter Christoph Kühne (Zweite von rechts) mit (von links) der Zweite Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses, Bettina Brübach-Teye, Dekanin Ulrike Laakmann und dem seit vielen Jahren in der Partnerschaftsarbeit engagierten Gemeindepfarrer Christian Neie-Marwede im Schatten der Dorfkirche von Neu-Eichenberg. © Chris Cortis

Ulrike Laakmann und Christian Neie-Marwede legen ihre Hand auf die Schultern des jungen Mannes und erteilen ihm Gottes Segen. So verabschiedeten am Sonntag die Dekanin und der Gemeindepfarrer von Neu-Eichenberg den 29-jährigen Christian Kühne.

Neu-Eichenberg – Er ist für den Kirchenkreis Werra-Meißner Delegierter und besucht seit Montag für zwei Wochen in Kamerun den Kirchenkreis Meme-North, mit dem der damals noch eigenständige Kirchenkreis Witzenhausen vor 33 Jahren eine Partnerschaft geschlossen hatte, die nach ersten Kontakten mit der Presbyterianischen Kirche zustande gekommen war.

Kühne stammt aus Veckerhagen, einem Ortsteil der Gemeinde Reinhardshagen (Landkreis Kassel) im südlichen Weserbergland. Aktuell studiert er Ethnologie in Göttingen und ist in diesem Metier wissenschaftlicher Mitarbeiter der Georg-August-Universität.

Nach seinem Abitur vor zwölf Jahren hatte er unter dem Stichwort „weltwärts“ ein freiwilliges Jahr in dem zentralafrikanischen Staat verbracht, in dem sich knapp 70 Prozent der fast 23 Millionen Einwohner zum Christentum bekennen.

Er arbeitete in einem Waisenhaus mit angegliederter Schule, verwirklichte verschiedene Projekte speziell für Frauen und entwickelte Aktivitäten in der Armutsbekämpfung.

Eigentlich hätte er auf seiner Reise nach Kamerun von der Pfarrerin Dorothea Holzapfel als zweite Delegierte des hiesigen Kirchenkreises begleitet werden sollen. Nach einer Erkrankung fiel sie jedoch aus.

Kühne ist sich bewusst, dass er in ein zerrissenes Land kommt. Seit sechs Jahren nämlich tobt in Kamerun ein Bürgerkrieg. Im deutlich kleineren englischsprachigen Teil streben Separatisten einen eigenen Staat an, weil sie sich von der großen Mehrheit der frankophonen (französischsprachigen) Bevölkerung, insbesondere der Zentralregierung, vernachlässigt fühlen.

Kühne spricht deshalb von einem Sezessionskrieg, analog zu der blutigen Auseinandersetzung einst zwischen den Nord- und Südstaaten in den heutigen USA. In Meme North will sich der 29-Jährige umschauen. Was hat sich verändert in dem Land, das zwischen 1884 und 1919 deutsche Kolonie gewesen ist? Was zum Guten, was zum Schlechten? Und: Gibt es Hoffnung auf Frieden?

Den erflehten am Partnerschaftssonntag auch die wenigen Gläubigen, die in der kleinen Dorfkirche von Neu-Eichenberg Christoph Kühne gute Wünsche hinterherschickten. Die hatte auch Ulrike Laakmanns Kollege Voma Simon-Mantah parat, der auf Englisch eine Grußbotschaft nach Neu-Eichenberg sandte.  (zcc)

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