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Ermschwerd punktet mit Nistkästen und neuen Ideen

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Von: Stefan Forbert

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Blick auf das Ermschwerder Schloss
Einer der Besichtigungspunkte: Natürlich wurde die Bewertungskommission beim Rundgang durch Ermschwerd auch zum Schloss geführt. © Wiebke Huck

Von einer „riesen Freude“ sprach Mathias Amend, nachdem ihm wohl als erstem die Nachricht vom Sieg Ermschwerds beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ übermittelt wurde. „Es fällt eine Last ab“, berichtete der freudige Ortsvorsteher auf Anfrage.

Ermschwerd – Immerhin setzte sich Ermschwerd mit seiner engagierten und ideenreichen Bürgerschaft beim Regionalentscheid in den gemeinsam bewerteten Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg gegen zehn weitere Dörfer durch (wir berichteten). Bei der Jury sei offensichtlich angekommen, was man sich im Ort ausgedacht hatte. „Das Dorf machte toll mit“, sagte Amend, der auch einen gewissen Stolz nicht verschwieg. Viele Einwohner hätten die Bewertungskommission bei ihrem eineinhalbstündigen Rundgang am Nachmittag durch den Witzenhäuser Stadtteil begleitet und sich an den Straßen gezeigt.

Neben den Kriterien bürgerschaftliches Engagement, Grüngestaltung und wirtschaftliche Initiativen sei auch auf Nachhaltigkeit und Umwelt geschaut worden, erläuterte Elvira Valtink, die für Dorf- und Regionalentwicklung beim Kreis zuständige Fachbereichsleiterin.

Bei diesem Punkt habe Ermschwerd sehr gepunktet, verriet sie. Insbesondere die Naturschutzprojekte wie der Storchenhorst in der Werra-Aue, die Anlage von Streuobstwiesen sowie Basteln und Verteilen von 40 Nistkästen im ganzen Ort durch die Kinder des Eltern-Kind-Turnens sei als ganz herausragend erachtet worden. Aber auch der große Zusammenhalt in der Bürgerschaft habe die Jury beeindruckt, so Valtink.

Im Bereich Baugestaltung hätten das Schloss und dessen Umfeld ebenso gepunktet wie die Sanierung von Fachwerkhäusern durch Privatinitiativen. Nicht umsonst habe Ermschwerd bei der vorigen Runde des Dorfwettbewerbs einen Sonderpreis für die Baugestaltung zuerkannt bekommen.

Zudem hätten die Ermschwerder nicht nur gezeigt, was geschafft wurde, sondern auch Ideen zu Projekten vorgestellt, an denen sie weiterarbeiten wollten. Für die Kommission hatte Ortsvorsteher Amend dazu sogar eine Broschüre zur Hand.

Passend zum Thema Nachhaltigkeit will man die Dorfzeitung künftig nur noch digital herausgeben und im Rahmen des IKEK-Programms die Wichtelstuben ertüchtigen, verriet Mathias Amend auf Anfrage weitere Pläne. Und hinter dem Schloss soll zusammen mit dem Geo-Naturpark Frau-Holle-Land einen Kirschenerlebnispark eingerichtet werden. Dessen Schwerpunkt soll unter dem Motto „Gesunde Kirsche stehen. Zu fünf Themen könne man dort dann sogar über eine App passende Rezepte herunterladen.

Ein wenig Sorge klang in Amends Worten aber bezüglich der Zeit dafür durch. Denn haben die Siegerdörfer für die nächste Runde sonst ein Jahr zur Vorbereitung, soll es – wegen der Coronapause – diesmal schon im September mit dem Landesentscheid weitergehen. Letztlich hörte sich Mathias Amend aber zuversichtlich an. „Es heißt jetzt Ärmel hochkrempeln“, sagte er.  (sff)

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