Modernisierung von Fachwerkhäusern

Leben auf dem Lande: Fachwerkhäuser prägen die Landschaft im Werra-Meißner-Kreis und sind ein Teil unserer Kultur, wie hier im Bild auf dem Witzenhäuser Marktplatz. Foto:  Metzler

Witzenhausen. Mit dem Thema Sanierung müssen sich die Besitzer der historischen Gebäude zunehmend beschäftigen. Fachreferentin Eva Riks gibt Tipps.

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Rationalisierung, Landtechnik und Bauwesen in der Landwirtschaft Hessen tagt auch das Kompetenzzentrum Hessen Rohstoffe morgen ab 9.30 Uhr in Witzenhausen zu diesem Thema. Wir haben mit Fachreferentin für Bauen und Dämmen mit Biorohstoffen, Eva Riks, über Sanierung gesprochen.

Was ist bei der Sanierung zu beachten?

Werkstoffe müssen richtig kombiniert werden. Naturstoffe wie Holz vertragen sich nicht mit Kunststoff. Eva Riks: „Stecken Sie Holz in eine Plastiktüte, es fängt an zu faulen.“ Geeignet sind Stoffe wie Naturstein, Lehm, Kalk und entsprechende Anstriche. Ein Energieberater für denkmalgeschützte Gebäude unterstützt die Planung.

Was ist die größte Herausforderung?

Feuchtigkeit! Das Haus muss „diffusionsoffen“ sein, das heißt, keine Schicht der Wand darf einen Luftaustausch behindern.

Welche Vorteile hat die Naturfaserdämmung?

Die Naturfaserdämmung mit Holzfaser, Hanf, Schilfrohr und dergleichen ist nachhaltig. Im Falle eines Brandes sind die Stoffe schnell unter Kontrolle zu kriegen, und sondern vergleichsweise wenig giftige Dämpfe ab.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Unterstützung gibt es von der KfW-Förderbank. Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) bezuschusst die Umstellung der Heizung auf erneuerbare Energien. Das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) fördert die Dorfentwicklung, auch im Witzenhäuser Umland.

Wie kann ich mein Fachwerkhaus sonst nutzen?

Wanfried macht es vor: Fachwerkhäuser der Ortschaft werden in den Niederlanden, wo die Hauspreise hoch sein können, vermarktet. Mittlerweile wohnt in dem Ort die ein oder andere neue Familie. Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, Ferienwohnungen oder WGs einzurichten.

Welche Bedeutung haben Fachwerkhäuser für den Werra-Meißner Kreis?

Fachwerkhäuser sind ein Stück unserer Kultur, deshalb ist es wichtig, sie zu erhalten. Dementsprechend sind sie auch ein Wirtschaftsfaktor und interessant für den Tourismus. „Niemand fährt wohin, wo es nicht schön ist. Fachwerk unterstreicht unsere Originalität“, betont Eva Riks. Die 59-Jährige wohnt selbst im Fachwerk: „Ich genieße die Gemütlichkeit sehr.“ (jme)

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