1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Witzenhausen

Draußen-Jobber im Werra-Meißner-Kreis suchen möglichst Schatten

Erstellt:

Von: Stefan Forbert

Kommentare

Dachdeckergesellin Kira Zündel (Fuldatal-Ihringshausen) demonstriert, wie man sich bei der Arbeit vor Sonne schützen kann. Sie trägt die Sonnenbrille und einen Strohhut.
Gut geschützt: Dachdeckergesellin Kira Zündel (Fuldatal-Ihringshausen) demonstriert, wie man sich bei der Arbeit vor Sonne schützen kann. Sie trägt die Sonnenbrille, welche von der Bauberufsgenossenschaft stammt, und einen Strohhut, der von einer Vertriebsfirma für Wohndachfenster an Dachdeckerbetriebe verteilt wurden. © Dennis Malkomeß

Erneut haben Sonne und Hitze mehrere Tage lang das Leben der Menschen im Werra-Meißner-Kreis bestimmt. Jene, die dabei unter freiem Himmel arbeiten, seien einem hohen Risiko ausgesetzt, im Job krank zu werden, sagt Bezirksvorsitzender Klaus Michalak von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Er appelliert an die Beschäftigten, sich ausreichend zu schützen.

Werra-Meißner – „Keiner sollte die hohe UV-Einstrahlung auf die leichte Schulter nehmen. Sie kann zu dauerhaften Schäden auf der Haut bis hin zu Krebs führen“, sagt Michalak. In der Bau- und Agrarwirtschaft müssten „Draußen-Jobber“ besonders aufpassen. Beide Branchen beschäftigen nach Angaben der Arbeitsagentur im Werra-Meißner-Kreis derzeit rund 2000 Menschen. Auch die Betriebe und Berufsgenossenschaften sorgen sich um die Gesundheit von Gerüstbauern und Dachdeckerinnen, Bauarbeitern und Landschaftsgärtnerinnen.

Die meisten Baubetriebe stellten ihren Mitarbeitern heutzutage Schutzbekleidung zur Verfügung, sagt Reinhard Heppe (Witzenhausen), der stellvertretende Obermeister der Bau-Innung Werra-Meißner. Auch würden morgens Kisten mit Wasser auf die Baustellen gestellt.

Trotz der derzeitigen Witterung werde aber durchgearbeitet, weiß Heppe. Extremes Wetter von Wärme über Nässe bis Kälte gehörten in dem Job quasi dazu. Außerdem werde, wenn es die Baustelle zulässt, derzeit früher mit der Arbeit begonnen und entsprechend auch Feierabend gemacht, oder aber die Mittagspause verlängert.

So halten es auch viele Dachdeckerbetriebe. Wobei die Männer und Frauen auf den Dächern gerade jetzt auch mal zwei, drei Stunden pro Tag früher Schluss machen und vom Berufsverband aus der für nur für Schlechtwetter vorgesehenen Ausgleichskasse Schönwettergeld bekommen, wie stellvertretender Obermeister Peter Bärwald (Fuldatal) von der Dachdecker-Innung Nordhessen berichtet. Zudem bekäme man von der Bauberufsgenossenschaft neben Info-Heftchen auch Sonnencreme und Sonnenbrillen. Manche Zulieferfirma sponsert auch leichte Baseball-Caps und Strohhüte, die vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.

Nach Möglichkeit aber versuche man immer dort zu arbeiten, wo gerade Schatten ist, berichtet der Bad Sooden-Allendorfer Zimmermeister Aljoscha Wardeischke von Arbeiten auf Kirchtürmen: „Wir gehen quasi mit der Sonne.“

TIPPS: Viel trinken und abends in die Sauna

Viel trinken ist der Ratschlag Nummer 1 derzeit für alle Menschen, die der Hitze und der Sonne ausgesetzt sind – übrigens nicht nur an der Arbeit. Wasser und Tee sollten aber nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen; lauwarm wird der Kreislauf nicht so stark gelastet. Einen besonderen Tipp hat Bad Sooden-Allendorfer Zimmermeister Aljoscha Wardeischke: Er geht am Abend noch in die Sauna. „Dann nehmen Sie die Temperaturen ganz anders wahr“, sagt er.  (sff)

Auch interessant

Kommentare