Schlechte Ernte in der Region

Mohn hat die Sonne gefehlt: Ernteeinbruch im Werra-Meißner-Kreis von 40 Prozent

Hier steckt viel Gutes drin: Mohnsamen sind sehr ölhaltig mit einem hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren. Björn Sippel aus Germerode baut mit seiner Familie seit 12 Jahren die Mohnfelder an. Mischlingsrüde Sam hilft mit.
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Hier steckt viel Gutes drin: Mohnsamen sind sehr ölhaltig mit einem hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren. Björn Sippel aus Germerode baut mit seiner Familie seit 12 Jahren die Mohnfelder an. Mischlingsrüde Sam hilft mit. Die Familie bewirtschaftet eine der in der Region zahlreichen Mohnfeldern. Es gibt aber zudem auch Mohnfelder in Grandenborn, Wendershausen und Ringgau.

Die Mohnernte im Werra-Meißner-Kreis ist eingebracht. Für Mohn-Bauer Björn Sippel aus Germerode war es in diesem Jahr eine ernüchternde Arbeit.

Werra-Meißner – Der Ertrag ist im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent geringer ausgefallen. „Dabei hatte das Frühjahr eigentlich auf eine gute Ernte hoffen lassen“, so der Landwirt, der außerdem Betreiber des Landhotels Meißnerhof ist. Die Ernte stehe und falle mit dem Wetter, sagt er. In diesem Jahr sei sie eher gefallen – das habe schon mit den Mohnpflanzen angefangen, die früh umgekippt seien.

Zwar habe der Mohn wie immer in voller Blüte gestanden und trotz Corona-Pandemie viele Besucher zu den Mohnfeldern gelockt. Die Blüte sei aber weniger intensiv gewesen, berichtet Landwirtin Michaela Breun, die seit einem Jahr zwei Flächen bei Wendershausen mit Mohn bestellt. Der viele Regen habe die Blütensaison dann schnell beendet, sagt Sippel, der mit seiner Familie seit 12 Jahren Mohn anbaut.

40 Hektar Mohnfelder bewirtschaftet er in Germerode, Hitzerode, Vierbach und Hopfelde. 20 weitere Hektar stellen ihm Kollegen in Niederhone und im Ringgau zur Verfügung. Auch mit Michaela Breun arbeitet er zusammen. Sie hat keinen Vergleich zum Vorjahr, aber auf eine bessere Ernte gehofft.

Lage in ganz Deutschland ist durchwachsen

Neben der Blüte als Touristenziel ist der Ertrag ein wichtiger Faktor beim Mohnanbau, denn der größte Teil wird an Bäckereien im Umkreis von 100 Kilometern verkauft oder von Sippel selbst verarbeitet. Mit der schlechten Ernte steht er in diesem Jahr nicht alleine da: In ganz Hessen sei sie schlecht ausgefallen, sagt Hanna Blum vom Projekt Regio-Mohn der Uni Bonn. Zuletzt sei der Ertrag vor drei Jahren durch den anhaltend trockenen Sommer, ähnlich schlecht ausgefallen, erinnert sich Sippel.

Ideal für eine gute Mohnernte sei ein feuchtes Frühjahr: Im Mai noch Regen, aber ab Juni, wenn der Mohn blüht, sollte es hauptsächlich trocken und sonnig sein. Ist der Mohn zu feucht, wenn er eingefahren wird, muss er aufwendig getrocknet werden. Das bedeutet momentan täglich zwei Stunden zusätzliche Arbeit für den Landwirt. (Wiebke Huck)

Werra-Meißner-Kreis ist ein Zentrum des Mohnabaus in Deutschland

Der Werra-Meißner-Kreis ist eines der größten Mohnanbaugebiete in Deutschland. 2020 wurde in der Bundesrepublik Mohn auf 1040 Hektar angebaut, doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Pro Quadratmeter stehen, je nach Wachstum, zwischen 20 und 50 Pflanzen. Auf einem Hektar Anbaufläche können in guten Jahren etwa eine Tonne Mohnsamen geerntet werden. Meistens findet die Mohnernte Ende August statt. Ist der Mohn trocken, kann er sofort verkauft werden. (hbk)

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