Gefahr für Spaziergänger und Wild

Motorradfahrer rasen bei Witzenhausen rücksichtslos durch Wald

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Rücksichtlose Fahrer auf Motocross-Maschinen sorgen derzeit für Ärger im Wald bei Hundelshausen. Unser Foto ist ein Symbolbild.

Seit Jahresbeginn gibt es bei Hundelshausen im Werra-Meißner-Kreis vermehrt Ärger wegen Motorradfahrern, die mit geländegängigen Maschinen durch den Wald heizen. Forstamt und Polizei sind ratlos.

Aktualisiert um 9.14 Uhr - Forstamtsleiter Matthias Dumm bestätigte entsprechende Hinweise von HNA-Lesern, die aus Angst vor der Rache der Motorradfahrer anonym bleiben wollen.

Die Motorradfahrer seien vor allem im Wald auf dem Roggenberg zwischen dem Grünen See, dem Rastplatz „Altes Gericht“ und der Vollung unterwegs. Sie sind laut Dumm meist zu zweit oder zu dritt, sie würden dunkle Helme tragen. An den Motocross-Maschinen seien die Kennzeichen abgebaut oder so beschmutzt, dass man sie nicht erkennen könne.

Motorradfahrer im Wald "extrem rücksichtslos"

„Wir würden die Fahrer ja anzeigen, aber sie sind nicht identifizierbar“, sagt Dumm, der überzeugt ist: Um Jugendliche, die mal ihr Motorrad testen, handelt es sich nicht. „Da steckt kriminelle Energie dahinter, die Fahrer sind extrem rücksichtslos.“ Mitarbeiter von Hessen Forst, die die Fahrer hatten stoppen wollen, hätten im letzten Moment zur Seite springen müssen, weil die Unbekannten nicht gebremst hätten.

Das Aufhängen von Wildkameras, um die Fahrer vielleicht doch zu identifizieren, ist laut Dumm nicht möglich: In hessischen Wäldern dürften Kameras nur zu wissenschaftlichen Zwecken aufgehängt werden, eine Überwachung der Waldgebiete sei nicht erlaubt.

Auch Polizeisprecher Alexander Först ist skeptisch, dass man der Motorradfahrer habhaft werden könnte – eine Verfolgung per Streifenwagen sei in dem unwegsamen Gelände im Wald schwierig. Gleichwohl würden auf die Unbekannten einige Straftatbestände zukommen: 

  • Neben Ordnungswidrigkeiten wegen fehlender Kennzeichen und Lärmbelästigung kämen Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch in Frage, da der Wald kein öffentlicher Verkehrsraum ist. 
  • Falls Personen gefährdet würden, müsste man auch Tatbestände wie Nötigung prüfen.

Da die Fahrer nicht nur über die Wege rasen, sondern auch durchs Unterholz, sind sie nicht nur für Spaziergänger, Radfahrer und Reiter gefährlich. „Das Wild wird aufgeschreckt – und das im Winter, wenn die Tiere ihren Stoffwechsel herunterfahren, um Energie zu sparen“, sagt Dumm.

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Hinweise an die Polizei: Wer sind die Motorradfahrer im Wald?

Der Schock und die Flucht würden die Tiere schwächen. Auch der Waldboden ist gefährdet, ergänzt Revierförster Peter Bornmann. Bei starkem Regen würde der Boden in den mitunter senkrecht zum Hang verlaufenden Spurrinnen weggespült werden.

Hessen Forst und Polizei sind für Hinweise auf die Identität der Fahrer dankbar. Aber, sagt Dumm: „Man sollte sich davor hüten, die anhalten zu wollen.“  

Wer Informationen hat oder konkrete Hinweise hat, meldet sich bitte beim Forstamt Hessisch Lichtenau, Tel. 05602/93560, oder bei der Polizei Witzenhausen, Tel. 05542/93040.

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Zutritt zum Wald ist geregelt

Jeder darf Wald zum Zwecke der Erholung betreten“, heißt es im hessischen Waldgesetz. Waldbesucher müssen aufeinander Rücksicht nehmen. Wandern, Radfahren und Reiten ist auf befestigten Wegen erlaubt, wer privat ein Auto oder Motorrad im Wald nutzen will, braucht eine Erlaubnis vom Forstamt. 

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