Zunahme wegen Corona, aber nicht so stark wie in Städten

Müllaufkommen steigt im Werra-Meißner-Kreis nur leicht

Gehören nicht in den gelben Sack: Corona-Gesichtsmasken, Nahrungsreste und Spielzeug landen immer öfter in der Wertstoffsammlung. Doch da haben sie nichts zu suchen.
+
Gehören nicht in den gelben Sack: Corona-Gesichtsmasken, Nahrungsreste und Spielzeug landen immer öfter in der Wertstoffsammlung. Doch da haben sie nichts zu suchen.

Werra-Meißner – Mehrere Monate mit Home-Office und Kurzarbeit in der Corona-Pandemie machen sich bemerkbar – auch beim Müll. Denn bundesweit nimmt die Müllmenge in Privathaushalten zu. Im Werra-Meißner-Kreis ist dieser Trend ebenfalls zu beobachten, wenn auch nicht so stark wie in den Städten.

In Kassel etwa stieg im Lockdown die Restmüllmenge um bis zu zehn Prozent, berichten die Stadtreiniger; die Altpapiermenge erhöhte sich um bis zu 30 Prozent, heißt es von der Abfallentsorgung im Kreis Kassel.

Beim Zweckverband Abfallwirtschaft von 13 Kommunen im Werra-Meißner-Kreis (ohne Witzenhausen, Sontra und Eschwege) hat man während der Pandemie keine extreme Steigerung des Müllaufkommens bemerkt, sagt Geschäftsführer Matthias Wenderoth. Das gelte zumindest für Restmüll und Bioanfall. Von März bis Juli 2020 sei gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 die Sammelmenge von Rest- und Bioabfall je um 3,9 Prozent gestiegen.

Eine deutliche Zunahme gebe es aber beim Sperrmüll – hier stieg die Quote bisher um 6,5 Prozent. Während 2019 insgesamt 9100 Anträge für die Abholung von Sperrmüll beim ZVA eingegangen seien, rechnet man für 2020 mit 10 000 Anträgen. Auch die Zahl der Menschen, die ihren Sperrmüll direkt zur Deponie nach Weidenhausen bringen, steige. „Offenbar haben alle aufgeräumt“, sagt Wenderoth. Wer den Sperrmüll abholen lassen wollen, müsse oft länger warten.

Dass immer mehr Menschen Dinge im Internet bestellen, beobachte man nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie: Seit einigen Jahren landen immer mehr Kartons und Verpackungen im Altpapier. Gleichzeitig nehme die Zahl der Zeitungen und Druck-Erzeugnisse ab, so Wenderoth. Das Ergebnis: Das Gesamtgewicht des eingesammelten Altpapiers bleibe zwar weitgehend gleich – laut der ZVA-Statistik sank es zwischen März und Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht um 1,7 Prozent. Gleichzeitig nehme das Volumen des Altpapiers durch die vielen Kartons aber zu, so Wenderoth. Deshalb müssten innerhalb des Zweckverbands mehr blaue Papiertonnen bereitgestellt und geleert werden.

Zehn Prozent mehr Gelbe Säcke

Auch beim Gelben Sack hat sich das Müllaufkommen seit März bundesweit stark gesteigert, berichtet Axel Subklew von der Kampagne „Mülltrennung wirkt“ der Dualen Systeme: „Für den Bereich der gemischten Verpackungen wurden 5 bis 10 Prozent mehr Sammelmengen registriert.“ Weil viele Menschen mehr Zuhause waren, seien mehr Abfälle in Privathaushalten angefallen, so Subklew. Gleichzeitig habe sich das Müllaufkommen im gewerblichen Bereich verringert.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.