Viel Applaus und Zugabe

Musik mit Sexappeal: Dresdner Salondamen sangen im Capitol-Kino

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Hervorragende Musikerinnen: Mit ihren zeitgenössischem Outfit und der dazu passenden Musik aus den 20er, 30er und 40er Jahren legten die Dresdner Salondamen mit von links, Beate Hofmann, Karolina Petrova, Franziska Graefe und Cécile Pfeiff einen begeisternden Auftritt hin. Nicht im Bild ist Natalja Posnowa am Klavier. 

Witzenhausen. Sie wollten das Publikum berühren und bis in ihre Herzen vordringen - und das haben sie geschafft. 

Mit ihrem authentischen Auftritt, schönen Kleidern und der dazu passenden Musik aus den 1920er, 1930er und 1940er Jahren eroberten die Dresdner Salondamen die Herzen der 140 Besucher im Capitol-Kino Witzenhausen im Sturm.

„Sie strahlen mit ihrem Auftreten einen unheimlichen Sexappeal aus und leben die Musik dieser Zeit“, sagte der Vorsitzende des Witzenhäuser Kulturvereins Stephan Brübach, der trotz des Todes seines Stellvertreters Olaf Danelzik auch auf seinen Wunsch das geplante Konzert nicht absagen wollte. Und es hatte sich gelohnt. In langen roten Kleidern und roten Hüten spielten sie ein breites Repertoire aus der Zeit, die die Meisten nur noch aus den alten Filmen im Fernsehen kennen. So waren auch altbekannte Stücke wie Hildegard Knefs „Eins und Eins, das macht Zwei“ oder „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine“ von Marika Rökk dabei. Das Liebeslied von Fritz Kreisler oder ein Medley aus den bekanntesten Stücken der Comedian Harmonists durften ebenso wenig fehlen wie „In der himmelblauen kleinen Limousine“ von Peter Igelhoff aus dem Jahr 1939.

Zwischen den exzellent vorgetragenen Stücken gaben die fünf Frauen einen Einblick in ihr Innenleben. So erfuhr der Besucher, dass es von Anfang an ihr Ziel war, diesen Fummel zu tragen und eine reine Frauenband zu gründen. „Das klappt seit nunmehr 18 Jahren immer besser, weil jeder die Spezialitäten der anderen kennt“ sagte Violinenspielerin Franziska Graefe, die mit „Spezialitäten“ die Macken der anderen meint.

Auch fahren sie zu ihren Konzerten immer gemeinsam mit einem Kleinbus und sind oft überrascht, wie schnell sie da sind. „Es gibt einfach zu viel zu erzählen, wenn man sich nicht ständig auf der Pelle sitzt“, meinte Leadsängerin Karolina Petrova, die neben ihrer tollen Stimme mit Geschichten für Unterhaltung sorgte.

Dass die Berufsmusikerinnen ihr Handwerk verstehen, bewiesen sie in Solobeiträgen auf Cello, Klarinette, Violine, Saxophon oder Klavier oder bei einem Zusammenspiel von Violine und Cello, wo die Violine Takt und Tonhöhe anspielte und das Cello im gleichen Takt und einige Oktaven niedriger perfekt vollendete. In diesem Zusammenhang demonstrierten sie auch das perfekte Schiefspielen, wo nicht ein Ton zum anderen passte.

Auch in Sachen Kleidung waren sie variabel. War vor der Pause alles in Rot, schlüpften sie nach der Pause in blaue Kleider mit extravaganten blauen Hüten. Ein rundherum gelungener Auftritt der Dresdner Salondamen, die nach einer Zugabe mit langanhaltendem Applaus und fünf Blumensträußen durch den Witzenhäuser Kulturverein verabschiedet wurden. (znb)

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