Vögel finden keine Bleibe

Nabu rät dazu, jetzt noch Nistkästen aufzuhängen 

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I n luftige Höhen begibt sich Klaus Raab, als er einen Nistkasten anbringt. Klaus Raab ist Vogelschutzbeauftragter für Ellingerode und Roßbach und Mitglied bei der Nabu Gruppe Roßbach.  

Natürliche Nistplätze werden immer seltener. Darum ruft der Naturschutzbund dazu, den Vögeln eine "Wilde Ecke" einzurichten. 

Immer mehr Vogelarten haben Probleme damit, natürliche Nistplätze zu finden, heißt es in einer Mitteilung des Nabus Hessen. Das meint auch Klaus Raab, Vogelschutzbeauftragter für Ellingerode und Roßbach.

„Durch stetig milder werdende Winter kommen die Vögel heutzutage immer früher zurück in unsere Gefilde, teilweise fast um bis zu zwei Monate“, sagt Raab. Kälteeinbrüche und damit einhergehend Nahrungsknappheit sowie ein zu geringes Angebot an natürlichen Nistplätzen machen den Vögeln das Leben schwer. Um dem entgegenzuwirken, könne jeder seinen Teil dazu beitragen, zum Beispiel, indem man Nistkästen aufhänge.

Nistkästen mit geringem Aufwand selber machen

Nistkästen kann man im Baumarkt kaufen, sie lassen sich aber auch mit geringem Aufwand selbst herstellen. Dabei gilt es vor allem darauf zu achten, dass nur naturnahe Materialien wie Holz oder Holzbeton verwendet werden. Zum Kleben ist Leinöl hervorragend geeignet. Kunststoffe gilt es dabei auf alle Fälle zu vermeiden, heißt es in der Mitteilung des Nabu.

Um die Brut vor den Fängen der Räuber wie Katze, Waschbär, Elster oder Mader zu schützen, empfiehlt es sich, die Öffnung nicht größer als unbedingt notwendig zu gestalten.

Des Weiteren kann eine breite Wandung im Bereich der Öffnung helfen das Eingreifen zu erschweren. Darüber hinaus empfiehlt Raab, den Kasten in mindestens zwei, besser drei Metern Höhe anzubringen und im Optimalfall sogar freihängend zu gestalten. Wichtig ist auch, dass die Öffnung des Nistkastens auf der windabgewandten Seite ist, um die Vögel vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Menschliche Eingriffe weitestgehend vermeiden

Noch besser als ein Nistkasten allein ist allerdings die sogenannte „Wilde Ecke“. Dabei handelt es sich um einen Teil des Gartens, in dem menschliche Eingriffe weitestgehend vermieden werden. Stauden, Hecken, Sträucher und andere Gewächse sind eine wichtige Nahrungsquelle und gleichzeitig Zufluchtsort für viele Vogel- und Insektenarten. Deshalb empfiehlt es sich, Hecken möglichst wenig zu stutzen, auch damit diese Früchte ausbilden können. Bereits verblühte Sträucher und Stauden sollten ebenfalls nicht zurückgeschnitten werden. „In einigen naturnah gestalteten Wohngebieten sind mehr Vögel anzutreffen als in der angrenzenden Flur“, erzählt Raab.rax

Tipps zum Thema vogelfreundlicher Garten und Anleitungen zum Bau von Nistkästen finden Sie unternabu.de/voegel

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