Feuerwehr war 10 Stunden im Einsatz

Nach Großbrand in Altstadt von Witzenhausen ist Gebäude nun unbewohnbar

Ein abgebrannter Dachstuhl, von dem nur noch verkohlte Balken zu sehen sind.
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Düstere Aussichten: Der Dachstuhl des Gebäudes an der Walburger Straße ist bis auf ein paar schwarze Balken abgebrannt.

Nach dem Brand in den frühen Morgenstunden des Samstags ist das Gebäude an der Walburger Straße mit der Hausnummer 26 in Witzenhausen unbewohnbar. Die Flammen zerstörten den Dachstuhl, Löschwasser strömte durch die unteren Etagen bis ins Erdgeschoss.

Witzenhausen - Und auch die beiden angrenzenden Häuser links und rechts, auf deren Dachstühle das Feuer bereits übergegriffen hatte, wurden sowohl durch die Flammen als auch durch den Löscheinsatz in Mitleidenschaft gezogen. Der Wasserschaden im rechten Haus ist laut Witzenhausens Wehrführer Claus Demandt so massiv, dass die Bewohner nach dem Einsatz vorerst bei Bekannten unterkommen mussten. Die Bewohner der beiden Häuser auf der linken Seite, die während des Einsatzes ebenfalls evakuiert wurden, konnten anschließend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die beschädigten Dachstühle wurden noch am selben Tag durch einen Dachdecker provisorisch repariert.

Der Vollbrand eines Dachstuhls in der dicht bebauten Innenstadt bedeute eine große Gefahrenlage, erklärt Demandt: „Teilweise sind die Übergänge der Dachstühle sogar offen.“ Daher habe er auch sofort Sirenenalarm geben lassen, als er beim Ausrücken bereits einen Feuerschein über der Altstadt sah. Aufgrund der besonderen Situation habe er auch erstmals auf die Drehleiter der Firma DS Smith zurückgegriffen, mit deren Werksfeuerwehr die Witzenhäuser Kameraden bereits gemeinsame Übungen absolviert haben.

Dass der Einsatz von gleich drei Drehleitern genau die richtige Entscheidung war, wurde deutlich, als ein Innenangriff abgebrochen werden musste, weil Teile des Treppenhauses einstürzten. „Die Bewohnerin der Dachgeschosswohnung konnte sich ins Freie retten, aber die Person aus der Wohnung darunter wurde vermisst“, erklärt Demandt den Versuch des Innenangriffs. Erst Stunden später, als der Brand fast gelöscht war, hatte die Polizei schließlich herausgefunden, dass sich die Person in Bad Sooden-Allendorf aufhielt. „Wir hätten sie nicht retten können – es sei denn, sie hätte sich am Fenster bemerkbar gemacht.“

Nachdem die letzten Brandnester gelöscht waren, rückte das Technische Hilfswerk aus Hann. Münden an. Denn die stützenden Balken des Hauptschornsteins waren komplett abgebrannt, wodurch rund acht Meter Schornstein drohten, umzustürzen. „Das THW Hann. Münden hat einen Kran auf dem Einsatzfahrzeug, mithilfe dessen mehrere Meter abgetragen wurden, sodass bei einem Umkippen des Schornsteins keine Teile mehr über die Gebäudekante fallen können“, erklärte Demandt. Um 13.15 Uhr wurde die Einsatzstelle verlassen.

Generell war es eine schlaflose Nacht für die Witzenhäuser Feuerwehrkameraden, denn bereits um 0.45 Uhr rückte die Wehr zum Kespermarkt aus, um für den Rettungsdienst eine Notfalltüröffnung vorzunehmen, berichtet Demandt, der nach dem zweiten Einsatz erst einmal 14 Stunden Schlaf nachholte. (Von Werner Keller und Gudrun Skupio)

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