Er winkt jetzt im Stadtpark

Ludwig-Erhard-Statue wieder sauber und an neuem Standort 

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Zurück in der Öffentlichkeit: Die Ludwig-Erhard-Statue steht seit Mittwoch im Stadtpark in Witzenhausen, gegenüber dem Schwanenteich, und winkt.

Die Ludwig-Erhard-Statue hat in Witzenhausen einen neuen Platz bekommen. Der ehemalige Bundeskanzler wurde professionell gereinigt winkt jetzt den Enten im Stadtpark zu. 

Ludwig Erhard winkt wieder. Dieses Mal aber nicht den Besuchern und Witzenhäusern, die über die Werrabrücke in die Stadt fahren: Seit Mittwoch winkt er den Enten und Spaziergängern im Stadtpark zu. Hier hat er, mit seiner Zigarre in der Hand, gegenüber dem Schwanenteich seinen neuen Standort gefunden. Mitarbeiter des Baubetriebshofes haben die Statue des ehemaligen Bundeskanzlers dort aufgestellt.

Opfer von Vandalismus und Schmierereien 

Seit Mai 2019 war sie im Baubetriebshof eingelagert. Nachdem die Figur zum wiederholten Male Opfer von Vandalismus und Schmierereien geworden war, musste sie für die dringend notwendige und genauso aufwendige professionelle Reinigung vorübergehend abgebaut werden. Bis dahin stand die Statue am Eingang der Witzenhäuser Fußgängerzone, am Fuß der Brückenstraße. „Wir haben diesen neuen Standort im Park in Absprache mit den Sponsoren gewählt“, so Bürgermeister Daniel Herz. Er findet, dass die Statue des ehemaligen Bundeskanzlers auf der Wiese nahe des Schwanenteiches gut aufgehoben ist, und hofft, dass sie an dieser Stelle vielleicht nicht so bald wieder Opfer von Vandalismus wird. Außerdem hätten in der Vergangenheit einige Bürger Kritik an dem Standort an der Brückenstraße geübt.

Rote Lippen und ein Hitlerbärtchen

Die Ludwig-Erhard-Statue musste seit ihrer Enthüllung am 17. Dezember 2015 einiges einstecken: Immer wieder wurde sie mit Graffiti beschmiert, ihr wurden die Lippen rot und sogar ein Hitlerbärtchen ins Gesicht gemalt, Hüte und Mützen aufgesetzt und allerlei in die Hand gegeben oder an den Arm gehängt. Im Januar 2016, kurz nach ihrer Aufstellung brachen Unbekannte dem ehemaligen Bundeskanzler aus Stein sogar die Nase ab. Bildhauerin Karin Bohrmann formte ihm im darauffolgenden März eine Neue. Die Ludwig-Erhard-Statue ist ein Teil des Projektes „Museum am Weg – Witzenhausen am Spiegel der Zeit““. Dieses hat das Ziel, einen Bezug zu berühmten Persönlichkeiten herzustellen, die eine Bindung zu Witzenhausen haben. Im Fall von Ludwig Erhard ist dieser Bezug allerdings umstritten: Der ehemalige Bundeskanzler, CDU-Vorsitzende und „Vater des Wirtschaftswunders“ soll 1955 in Witzenhausen gewesen und hier die Kriegsheimkehrer auf dem Marktplatz begrüßt haben. Zudem soll er seitdem immer Zigarren vom Witzenhäuser Hersteller Leopold Engelhardt geraucht haben, weiß der Initiator der damaligen Aufstellung, Jürgen Rippel. Beweise finden sich dafür im Stadtarchiv allerdings nicht, lediglich ein Wahlkampfbesuch 1968 ist verbürgt.

Auch Grimm-Statue war Spende

Der ehemalige Witzenhäuser und Marketingexperte Rippel hatte der Stadt bereits 2013 die Jacob-Grimm-Statue auf dem Marktplatz gespendet. 

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