Nachwuchs gibt Gas

Messe „Technik zum Anfassen“ lockt Jung und Alt nach Witzenhausen

Eine Art Segway: Unter Assistenz von Mathias Käbisch (Uni Kassel) probiert Lukas (8) diesen Elektroroller aus.

Witzenhausen. Gern nimmt Daniel (9) die Hilfestellung an, als ihm gerade der Lötkolben gereicht wird. So soll es auch sein, dann schließlich heißt die Messe, die er besucht, „Technik zum Anfassen". Dort gab es eine Menge zu entdecken

Ein paar Meter weiter sucht Lukas (8) Halt auf einer elektronischen Sackkarre, die er mit einem Mini-Joystick durch die Besucherreihen manövriert.

Bei diesen Bildern muss Gerd Semmler das Herz aufgehen. Denn genau das ist beabsichtigt: Kinder sollen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistert werden. MINT ergeben die Anfangsbuchstaben dieser vier Begriffe. Und der Verein MINT, dessen Motor Semmler ist, hat am Sonntag zum dritten Mal in Witzenhausen die Messe „Technik zum Anfassen“ veranstaltet. 2600 Besucher kamen - neuer Rekord. In den Vorjahren waren es höchstens 1400, so Semmler. Auf dem Gelände des Kompetenzzentrums Hessen-Rohstoffe (Hero) haben aus der Region 30 Unternehmen, Schulen, Hochschulen, Universitäten, Verbände und Vereine mitgemacht.

Auf interessante wie unterhaltsame Art machten Jung und Alt Bekanntschaft mit naturwissenschaftlichen Phänomenen. Auf einem Kupfersteg, an dem einen Ende heiß, am anderen kalt, war zu erkennen, welche Temperatur der Mehlwurm bevorzugt, wenn man ihn darauf setzt. Fazit: Wo es ihm zu warm wird, bekommt er kalte Füße. Die Geschwister Elisa (9) und Dominik (12) ließen die Rennautos über die Bahn flitzen. Und nebenan ermittelte Franziska (13) mit einem Messgerät den Feuchtigkeitsgehalt von Brennholz.

Viele Experimente gab es zu bestaunen. So präsentierten die Beruflichen Schulen in Witzenhausen einen computergesteuerten Mini-Roboter. Die örtlichen Brandschützer stellten moderne Feuerwehrtechnik vor. Autohäuser zeigten, wie man das Fahrzeug mit dem eigenen Handy vernetzen kann, oder demonstrierten live ein Diagnosegerät, das Schwachstellen oder Fehlerquellen des Autos ermittelt. Spielerisch war außerdem zu erfahren, welche mathematischen und technischen Tricks hinter der digitalen Technik stecken. Und nicht schlecht staunten vor allem Eltern, als sie zur Kenntnis nehmen mussten, dass ein halber Liter Fruchttee, der Kindern gern in die Schule mitgegeben wird, mit 34 Gramm mehr als das Vierfache an Zucker enthält als die bekannte Milchschnitte. Der Schirmherr und Präsident der Universität Kassel, Professor Dr. Rolf-Dieter Postlep, bezeichnete die Messe als eine „prima Institution“, zumal Deutschland guten MINT-Nachwuchs dringend benötige. Diesbezüglich sei die Uni Kassel gut aufgestellt. Knapp 50 Prozent der fast 24 000 Studierenden belegten MINT-Fächer. Zwei Drittel davon suchten einen Arbeitsplatz in der Region. Wichtig sei, dass die Lehrer bei der jungen Generation Begeisterung weckten für Technik und Naturwissenschaften. (zcc)

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