Nachwuchs wird fit gemacht

Das Fliegerlager am Burgberg hat eine lange Tradition

Der jüngste Teilnehmer: Lennart Dobers im Cockpit eines Zweisitzers.
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Der jüngste Teilnehmer: Lennart Dobers im Cockpit eines Zweisitzers.

15 Menschen treffen sich zum Fliegerlager in Witzenhausen.

Witzenhausen – Mit geübten Griffen legt sich Lennart Dobers aus Hann. Münden den Fallschirm an, ehe er das Cockpit des zweisitzigen Segelflugszeugs besteigt: Erstmal nur fürs Foto, denn der 13-Jährige ist noch ganz am Anfang seiner Fliegerkarriere. Bis zum Sonntag, 29. August, findet das Fliegerlager auf dem Gelände des Luftsportvereins Witzenhausen auf dem Burgberg statt.

Mit der Teilnehmerzahl von 15 ist Fluglehrer Thomas Meder zufrieden, das Interesse sei groß gewesen. Sie kommen aus den Kreisen Werra-Meißner, Göttingen und Kassel. Campierte man früher in Zelten, hat man nun feste Bauten oder Wohnwagen zum Übernachten.

Der Tag bei der Aus- und Fortbildung beginnt mit dem intensiven Blick auf die Spezialwetterkarte für den Segelflug, wie Meder erläutert. Denn der Segelflug ist total wetterabhängig.

Diese Woche wechselten Sonnenschein und grauer Himmel. Doch die Sonne braucht man. Sie sorgt für die Thermik, aufsteigende Luft, die für das sanfte Gleiten am Himmel benötigt wird.

Thermik, also die Form des Aufwindes, entsteht dadurch, dass Sonneneinstrahlung die Erdoberfläche und in der Folge die Luft in Bodennähe erwärmt und bringt gleichzeitig kühlere Luft aus mehreren hundert Meter Höhe zum Erdboden. Doch auch, wenn man nicht in die Luft geht, gibt es am Boden genug zu tun. Da ist zum einen der theoretische Unterricht für die angehenden Flieger. Er und die praktischen Übungen sollen sie fit machen, um für jede Situation während eines Fluges gerüstet zu sein, sagt der erfahrene Flieger Günter Grundmann.

Der Streckenflug kann schon mal über große Distanzen führen. Bis zu maximal acht Stunden können Segelflugzeug in der Luft bleiben. Wenn das Flugwetter nicht so günstig ist, gibt es anderes zu tun: Aufräum- und Wartungsarbeiten.

Seit den 1980er Jahren gibt es die sommerlichen Fliegerlager, und sie verliefen immer ohne Zwischenfälle, sagt Vereinsvorsitzender Wolfgang Moser. Es kann schon mal kritisch werden, so war eine ungeplante Landung auf einem Feld bei Hedemünden erforderlich. Doch: „Eine Außenlandung ist keine Notlandung.“ Die jährlichen Fliegerlager sollen das Interesse am Luftsport fördern, „wir sind froh über jeden Flugschüler.“ Das Dilemma sei, das etliche junge Leute die Ausbildung absolvieren, dann über für Ausbildung oder Studium die Region verlassen. Aktuell hat der Verein 60 Mitglieder, davon sind 25 aktiv.

Moser selbst, 72 Jahre alt, zieht den Motorsegler dem Segelflugzeug vor. Dabei kann der Pilot wahlweise den Motor abstellen. In die Luft gehen die Flieger am Burgberg übrigens mit dem Schleppflug (Alternative zum Windenstart): Ein Motorsegler zieht das Segelfluggerät an, nach kurzer Zeit wird das Seil gelöst, und der Segelflieger schwebt selbstständig unter den Wolken.

Die Ausbildung kann in der Regel im Alter von 14 Jahren beginnen und dauert zwei Jahre. Den Segelflugschein kann man ab 16 Jahren ablegen. Nach 60 bis 80 Starts kann man einen Alleinflug unternehmen.  wke

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