Altes Haus, neues Leben

Neue Fassade und Dämmung für betagtes Siedlungshaus in Witzenhausen

Rundum zufrieden: Hausbesitzer Matthias Simon-Kutscher (vorne) sowie (hinten von links) Kai Simon (Fachdienst Stadtplanung), Bürgermeister Daniel Herz und Projektleiter Clemens Exner vor dem frisch sanierten Haus in der Witzenhäuser Nordstadt.
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Rundum zufrieden: Hausbesitzer Matthias Simon-Kutscher (vorne) sowie (hinten von links) Kai Simon (Fachdienst Stadtplanung), Bürgermeister Daniel Herz und Projektleiter Clemens Exner vor dem frisch sanierten Haus in der Witzenhäuser Nordstadt.

Ein altes Haus zu sanieren, kann eine teure Angelegenheit sein. Doch in Witzenhausen bekommen Eigentümer Hilfe - so wie Matthias Simon-Kutscher. Er hat ein Siedlungshaus von 1950 renoviert.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass die Stadt Witzenhausen dem Stadtumbauprogramm ISEK des Landes Hessen beigetreten ist. Dabei werden nicht nur Sanierungsvorhaben an öffentlichen Gebäuden und Flächen gefördert. Auch Privatleute können als Unterstützung für die Sanierung älterer Häuser bis zu 20 000 Euro erhalten. Als einer der ersten Hauseigentümer der Nordstadt hat jetzt Matthias Simon-Kutscher das Förderprogramm in Anspruch genommen.

Was der junge Hausherr, der das 1950 gebaute Einfamilienhaus erst vor zwei Jahren gekauft hat, in so kurzer Zeit daraus gemacht hat, kann sich sehen lassen. Durch seine mit Lärchenholz vertäfelte Front, die sich perfekt in den liebevoll angelegten Garten einfügt, sticht das Gebäude sofort ins Auge. Rundherum wurde das Haus mit einer ökologischen Dämmung versehen und all jene Fenster, die der Vorbesitzer nicht bereits erneuert hatte, wurden ersetzt. Außerdem wurde die Gaube vergrößert, sodass sogar etwas mehr Wohnraum entstand.

„Als wir das Haus gekauft haben, hatten wir ein klares Bild vor Augen, wie es einmal aussehen sollte“, sagt Matthias Simon-Kutscher. Erst der mit der Dämmung beauftragte Zimmermann habe ihn jedoch auf das Anreizprogramm der Stadt hingewiesen. „Erst wollte ich nicht daran teilnehmen, weil ich dachte, dass der bürokratische Aufwand zu groß sein würde“, sagt Simon-Kutscher. Das sei aber überhaupt nicht der Fall gewesen. „Zum Glück haben wir uns doch umentschieden, denn die Kosten waren am Ende wesentlich höher als gedacht“, so Simon-Kutscher. 90 000 Euro habe die energetische Sanierung gekostet, von denen 20 000 Euro (und damit die höchstmögliche Summe) aus dem Anreizprogramm gekommen seien. „Ohne das Förderprogramm wäre eine derart umfassende Sanierung sicher nicht möglich gewesen“, ist der Hausherr dankbar.

„Dies ist ein sehr gelungenes Beispiel für eine erfolgreich umgesetzte Maßnahme“, lobt Kai Simon vom zuständigen Fachdienst Stadtplanung. Zusammen mit Clemens Exner vom Stadtbaumanagement, der das Projekt leitet, habe er in den vergangenen beiden Jahren rund 70 Hausbesitzer bezüglich geplanter Häusersanierungen beraten. Von den 16 anschließend eingereichten Anträgen seien zwölf genehmigt worden. „Insgesamt sind bislang rund 120 000 Euro Fördergelder für private Sanierungsmaßnahmen geflossen“, sagt Simon. Und noch sei Zeit an dem Programm teilzunehmen, da das ISEK bis 2026 angesetzt ist.

„Mir ist wichtig darauf hinzuweisen, dass das Anreizprogramm nicht nur auf die Innenstadt begrenzt ist“, sieht auch Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz die Teilnahme des Nordstädters Matthias Simon-Kutscher als „besonders gutes Beispiel“ an. Und ein ganz ähnliches Programm gebe es auch für die zum Stadtgebiet zählenden Ortschaften, wo Hausbesitzer ihre Sanierungsmaßnahmen durch das Dorfentwicklungsprogramm des Landes fördern lassen können.

Das Sanierungsprogramm

Wer die energetische Sanierung seines privaten Hauses durch das ISEK-Anreizprogramm fördern lassen möchte, muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Das Haus muss im Fördergebiet liegen (Innenstadt oder Nordstadt) 
  • Das Haus sollte 1970 oder früher gebaut worden sein 
  • Der Antrag muss vor Beginn der Bauarbeiten beim Magistrat der Stadt eingereicht werden . Es muss eine fachliche Beratung stattgefunden haben 
  • Es müssen mindestens 10 000 Euro in Gebäudesanierungsmaßnahmen oder 5000 Euro in Wohnumfeldmaßnahmen investiert werden.

Gefördert werden maximal 25 Prozent der förderfähigen Ausgaben, der Förder-Höchstbetrag liegt bei 20 000 Euro.

Weitere Infos: Kai Simon (Bauamt), Tel. 0 55 42/50 86 73.

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