Witzenhausen: Humor aus dem Automaten

Neuer Verein will Witzenhausen zur Witzehauptstadt machen

Am Marktplatz in Witzenhausen: Seit Kurzem können Passanten Witze aus einem Witze-Automaten ziehen.
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Am Marktplatz in Witzenhausen: Seit Kurzem können Passanten Witze aus einem Witze-Automaten ziehen.

Kurzfristig soll Witzenhausen die Witze-Hauptstadt von Deutschland werden, langfristig von der ganzen Welt. Emil Oswald hat daher den Verein Witzehaupstadt Witzenhausen gegründet.

Witzenhausen – Der Verein hat aktuell sieben Mitglieder, der Blickershäuser Oswald ist Kassierer. Einziges Vorhaben ist derzeit die Verwaltung des Witze-Automaten, den die Mitglieder kürzlich am Marktplatz in Witzenhausen aufgestellt haben.

Schon der Name sagt, dass in Witzenhausen, Witze zu Hause sind, so Oswald. „Es ist schade, dass das nicht als Alleinstellungsmerkmal hervorgehoben und touristisch genutzt wird.“ Die Idee ist ihm vor etwa drei Jahren gekommen. „Ich habe einen Bericht über so einen Automaten in Dortmund gelesen“, berichtet er. „Da habe ich gedacht: Witzenhausen ohne Witze-Automat geht gar nicht.“

Er habe recherchiert und sei schließlich bei Sebastian Everding gelandet. Der baue alte Kaugummi-Automaten eigentlich zu Bienenwiesen-Automaten um, aus denen Passanten insektenfreundliches Saatgut ziehen können. Die Witze-Automaten seien nur eine Ausnahme. Diese Geräte werden mit Plastikkugeln bestückt, die von Menschen mit Behinderungen in Christopherus-Werkstätten mit Witze-Zetteln gefüllt werden, erklärt Everding. Der Dortmunder sagt: „Die Witze sind flach, kurz und oft Scherzfragen.“

Wichtig sei ihm, dass niemand diskriminiert werde. Blondinen- und Ostfriesen-Witze seien daher in den Automaten nicht zu finden. Die Ideen stammten aus eigenen Recherchen, Tipps von Freunden und Bekannten sowie von Vorschlägen in den Witze-Briefkästen, die neben den Automaten angebracht seien. Zudem gibt es neben dem Gerät in Witzenhausen ein Kugel-Recycling-Gefäß, wo die Plastikkugeln, in denen die Witze verpackt sind, zurückgegeben werden können.

Doch die Idee für die Automaten stammt nicht von Everding, sondern von dem Nürnberger Kabarettisten Dr. Oliver Tissot. Everding übernahm sie zunächst für Dortmund und baute nun Deutschlands dritten Witze-Automaten in Witzenhausen.

Dort war es zunächst schwierig, einen Platz für den Automaten zu finden. „Es sollte am Marktplatz sein“, sagt Oswald. Doch die meisten Hauseigentümer hätten abgesagt. „Die wollten keine Löcher wegen der Aufhängung im Haus haben.“ Erst Dachdeckermeister Andreas Erfurth, dem das Haus an der Ecke Am Markt/Ermschwerder Straße gehört, habe zugesagt und engagiere sich nun sogar im Verein.

Dessen Mitglieder haben derzeit vor allem drei Aufgaben: Das Geld aus dem Automaten holen, Miete für den Platz zahlen und Witze nachfüllen. Letzteres übernehme zurzeit der Erste Vorsitzende Hans Spinn, so Oswald.

Nach der Aufstellung des Automaten habe Oswald zwei Stunden auf dem Marktplatz verbracht und beobachtet, ob sich jemand für 20 Cent einen Witz zieht. „Da niemand einen Witz gezogen hat, habe ich jemandem ein 20-Cent-Stück in die Hand gedrückt und ihn einen Witz ziehen lassen.“ Als der Automat nach sechs Tagen zum ersten Mal geleert wurde, kamen 29 Euro zusammen.

Kontakt: E-Mail: witze@ witzevorschläge, Internet: witzevorschläge.de

Witzenhausen: Diese Witze hat unsere Redaktion gezogen

Unsere Redaktion hat den Witze-Automaten ausprobiert. Diese vier Witze haben wir gezogen:

  • Kommt ein Dalmatiner an die Kasse. Die Verkäuferin fragt ihn: „Sammeln Sie eigentlich Punkte?“
  • Neulich hat der Augenarzt bei mir eine seltene südamerikanische Augenkrankheit festgestellt: Ich Chile nämlich.
  • Bestellt einer neun Bier, neun Korn, die trinkt er auch alle aus. Acht Bier, acht Korn, sieben Bier, sieben Korn. Irgendwann sagt der Mann: „Komisch: Je weniger ich trinke, desto besoffener werde ich.“
  • Was hoppelt über die Wiese und raucht? Ein Kaminchen. (Von Fabian Becker)

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