1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Witzenhausen

Neues Projekt in Witzenhausen vorgestellt

Erstellt:

Von: Marvin Hinrichsen

Kommentare

Ostafrika-Bestand: Dr. Jan Küver bei einer Führung durch das Museum in Witzenhausen.
Ostafrika-Bestand: Dr. Jan Küver bei einer Führung durch das Museum in Witzenhausen. ©  Dr. Jan Küver

Forscher untersuchen 300 Objekte ostafrikanischer Herkunft aus der Kolonialzeit

Witzenhausen – Die Geschichte von Kolonialismus in einem Projekt aufarbeiten: Das soll im Museum Witzenhausen passieren, wo eine Sammlung von Objekten aus verschiedenen Ländern zusammengetragen wurde. Etwa die Hälfte der 2600 Objekte stammt von ehemaligen Absolventen der 1898 gegründeten Deutschen Kolonialschule.

Laut Mitteilung ist Ziel des Projekts, welches vom Deutschen Zentrum für Kulturverluste und dem Land Hessen gesponsert wird, verschiedene Perspektiven vorzustellen. Neben naturkundlichen und geologischen Objekten handelt es sich in der Mehrzahl um Gegenstände, die von Menschen aus den Herkunftsgebieten gefertigt und im alltäglichen Gebrauch oder zu kulturellen, zeremoniellen oder religiösen Handlungen verwendet wurden“, erläutert Dr. Christian Hülsebusch, Geschäftsführer des Deutsches Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft in Witzenhausen.

300 Objekte

Ziel sei es, die etwa 300 Objekte ostafrikanischer Herkunft wissenschaftlich zu erschließen und die Herkunft ausgewählter Gegenstände zu erforschen. Die Objekte sollen dann einer Materialanalyse zu Herkunft, Funktion und Erhaltungszustand unterzogen werden, um den Weg der Objekte nach Witzenhausen nachzuvollziehen.

Historische Rekonstruktion

Zudem sei eine historische Rekonstruktion der Biografien und Reisebewegungen ihrer Sammler gemacht worden. Zusätzlich seien die Arbeiten am Standort Witzenhausen durch ethnografische Feldforschung nötig, um möglichen Herkunftsgemeinden in Tansania aufzuzeigen. „Durch die Feldforschung in Tansania werden wir auf jeden Fall zusätzliche Erkenntnisse zu den Objekten gewinnen“, sagt der Projektbearbeiter Dr. Jan Küver.

So könnten vor Ort Hinweise gewonnen werden, ob die Gegenstände möglicherweise in einem Unrechtskontext erworben wurden und diese einen besonderen kulturellen Wert für die Herkunftsgesellschaften darstellen“, sagt Dr. Küver. Sollte eine belastete Herkunft für bestimmte Objekte festgestellt werden, sei klar, dass sich die Verantwortlichen umgehend mit den Vertretern der Herkunftsländer über eine faire und gerechte Lösung, oder der Bewahrung oder Rückgabe beraten würden.

Auch Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz betonte, wie wichtig solche Projekte seien. „Ich finde es toll, dass wir heute die Möglichkeiten nutzen, die dunklen Kapitel der Kolonialgeschichte aufzuarbeiten“. (Marvin Hinrichsen)

Auch interessant

Kommentare