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Neues Zuhause für Fledermäuse in Witzenhausen

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Von: Per Schröter

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Zusammen mit Klassenlehrerin Silke Schmücker (hinten rechts) und Ranger Christian Bringmann (links daneben) schauen die Schüler der Klasse 3b zu, wie Alexander Illi einen Fledermauskasten befestigt.
Neues Zuhause: Zusammen mit Klassenlehrerin Silke Schmücker (hinten rechts) und Ranger Christian Bringmann (links daneben) schauen die Schüler der Klasse 3b zu, wie Alexander Illi einen Fledermauskasten befestigt. © Per Schröter

An der Gelstertalschule in Hundelshausen finden Fledermäuse ab sofort ein neues Zuhause. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b haben in Kooperation mit dem Geo-Naturpark Frau-Holle-Land 17 Kästen für die fliegenden Säugetiere gebaut, die am Dienstag auf dem weitläufigen Schulgelände aufgehängt wurden.

Hundelshausen – Ein halbes Jahr ist es her, dass bei den Grundschülern der Klasse 3b das Interesse für Fledermäuse geweckt wurde. „Die Kinder haben die Tiere während einer Klassenfahrt bei einer nächtlichen Fledermausführung des Geo-Naturparks kennengelernt und waren so begeistert, dass sie danach unbedingt das Thema in der Schule weiter behandeln wollten“, erzählt Klassenlehrerin Silke Schmücker.

Im Winter lud Schmücker den Geo-Naturpark mit seinem Naturparkmobil in die Schule ein, um den Kindern noch mehr über Fledermäuse zu vermitteln. Spielerisch erkundeten die Mädchen und Jungen zusammen mit Ranger Christian Bringmann die Besonderheiten der kleinen Tiere, sodass der Vormittag für alle zu einem spannenden Erlebnis wurde.

Dabei hätten sie nicht nur gelernt, dass Fledermäuse in einem Jahr bis zu 60 000 Mücken fressen können, sondern auch, dass es in Deutschland 25 Fledermausarten gibt, die alle bedroht sind. Der Grund dafür ist, dass viele Fledermaus-Quartiere in alten Bäumen oder an Gebäuden – oftmals unbewusst – vom Menschen zerstört werden und sie dadurch an Lebensraum verlieren.

„Am Ende waren sich alle Kinder einig, dass sie für mehr Quartiere und Nahrung für die kleinen Tiere sorgen wollen“, berichtet Anja Schmücker. Um das zu erreichen, bauten die Grundschüler im Werken-Unterricht 17 Fledermauskästen, die den Tieren einen Platz bieten, an dem sie tagsüber geschützt und ungestört schlafen können.
Dafür setzten die Kinder Bausätze zusammen, die ihnen vom Geo-Naturpark zur Verfügung gestellt wurden und die sie noch fest verschrauben und verleimen mussten. Zum Schluss wurde jeder Kasten liebevoll mit einer Fledermaus verziert.

Nachdem die Kästen nun am Dienstag aufgehängt wurden, ist der Fledermausschutz an der Gelstertalschule aber noch nicht beendet. Im Schulgartenprojekt sollen in diesem Jahr Beete mit nachtblühenden Pflanzen angelegt werden, die verschiedene Insekten anlocken sollen. „So wird für die Fledermäuse nicht nur die Auswahl an Quartieren, sondern auch an Nahrung auf dem Schulgelände verbessert“, sagt Christian Bringmann und freut sich über das „tolle Engagement der Kinder“. (per)

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