Diskussion um Freibad: Mehrheit will es in diesem Jahr nicht öffnen

Deshalb lehnt die SPD den Haushalt 2021 für Großalmerode ab

Bleibt geschlossen: Erst soll das Panoramabad von Großalmerode im nächsten Jahr saniert werden, bevor es wieder geöffnet wird, beschloss das Parlament. Archivfoto: Stadt Großalmerode
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Bleibt geschlossen: Erst soll das Panoramabad von Großalmerode im nächsten Jahr saniert werden, bevor es wieder geöffnet wird, beschloss das Parlament. Archivfoto: Stadt Großalmerode

Kurz vor der Kommunalwahl haben die Stadtverordneten von Großalmerode noch die Weichen für dieses Jahr gestellt: Mit großer Mehrheit verabschiedeten sie in ihrer letzten Sitzung am Donnerstagabend den Haushalt für 2021. Nur die meisten SPD-Stadtverordneten votierten dagegen.

Großalmerode – Der Haushalt hat ein Volumen von 11,7 Millionen Euro und weist im Ergebnisteil einen Überschuss von 130 000 Euro aus. Eine Erhöhung der Gewerbe- und Grundsteuern ist nicht vorgesehen. Zur Finanzierung von Investitionen dürfen bis zu 2,3 Millionen Euro an Krediten in Anspruch genommen werden.

Dass erneut ein ausgeglichener Haushalt mit einem Überschuss vorgelegt wurde und dies trotz Corona, lobte Volker Pforr für die CDU-Fraktion, die ebenso geschlossen für den Etat stimmte wie die Wählergemeinschaft (WG).

Die Ablehnung seitens der SPD wurde an zwei Punkten festgemacht. Zum einen kritisierte Fraktionsvorsitzender Steffen Prauß, dass kein Geld zum Öffnen des Freibades ausgegeben werden soll. Ob das Panoramabad in diesem Jahr geöffnet oder bis nach der für 2022 vorgesehenen Grundsanierung geschlossen bleiben soll, war zuvor schon ein strittiger Punkt.

Durch die ausgefallene Saison 2020 ist das Defizit, das sonst durch die Schwimmbadöffnung anfällt, um 130 000 Euro niedriger ausgefallen, als ursprünglich eingeplant, berichtete Bürgermeister sagte Finn Thomsen.

Um das Bad in diesem Jahr öffnen zu können, müssten rund 50 000 Euro für Reparaturen, Instandhaltung sowie Personal ausgegeben werden. Geld, dass man angesichts einer ungewissen Saison und einer Höchstgrenze der Besucherzahlen, die bei weniger als einem Drittel der Zahlen in den vorangegangenen Sommern liegt, lieber sparen und in die Sanierung stecken sollte, schlug der Rathauschef vor, das Bad in diesem Jahr geschlossen zu lassen.

Zustimmung erhielt er hierfür von Wählergemeinschaft und CDU. SPD-Sprecher Prauß sprach sich dagegen für die Öffnung aus. Reparaturarbeiten sollten auf das Nötigste beschränkt werden, um den Betrieb zu ermöglichen, sagte er. „Der lange, heiße Sommer 2020 hat gezeigt, dass auch ein geschlossenes Bad die Menschen nicht davon abhält, schwimmen zu gehen“, so Prauß. Viele hätten unerlaubterweise den Exbergsee zum Schwimmen genutzt. „Es ist wichtig, den Menschen die Möglichkeit zu geben, legal und mit Hygienekonzept schwimmen zu gehen“, forderte Prauß.

„Total verbranntes Geld“ nannte es dagegen CDU-Fraktionschef Volker Pforr, 50 000 Euro in ein Bad zu stecken, um es im kommenden Jahr abzureißen. Dem schloss sich für die WG Fraktionssprecher Uwe Range an, der in dem SPD-Begehren eher Wahlkampf-Charakter sah.

So beschlossen WG und CDU bei Nein-Stimmen der meisten SPD-Stadtverordneten, das Freibad in diesem Jahr nicht zu öffnen.

Als zweiten Grund für die Ablehnung des Haushalts 2022 nannte der SPD-Stadtverordnete Jürgen Stache den Stellenplan mit der Aufstockung auf eine sechste Beamtenstelle. Das seien zu viele, meinte Stache und verglich Großalmerode mit anderen Städten, die mit weniger Beamten auskämen. Genauso gut hätte man Stellen für Angestellte im Öffentlichen Dienst, die auch Tarifarbeitnehmer seien, schaffen können. Er sieht ein unnötiges Risiko für die Stadt für den Fall, dass die Rückstellungen für Beamte nicht ausreichen.

Die Beamtenstellen seien notwendig, entgegnete WG-Sprecher Range, um in der Verwaltung der Stadt attraktive Arbeitsplätze anbieten zu können. Man benötige gutes, qualifiziertes Personal mit Perspektiven für die Zukunft, sagte auch Bürgermeister Finn Thomsen (parteilos). Wolle man sich das sichern, koste es „gutes Geld“, das aber auch „gut angelegt“ sei, verwies er auf einen aktuellen „Krieg um die Arbeitsplätze im Land.

Zwei Stadtverordnete der SPD-Fraktion stimmten am Ende der Debatte dem Haushalt auch zu, eine Stadtverordnete enthielt sich (hbk/sff)

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