Land verlängert Laufzeit zunächst bis 2025 – Team plant Bio-Schulessen

Ökomodellregion Nordhessen darf weitermachen

Zwei Frauen mit Nase-Mund-Schutz stehen auf dem Öko-Feierabendmarkt in Witzenhausen
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Vorzeigeprojekt: Seit 2017 gibt es den Biofeierabendmarkt in Witzenhausen. Mittlerweile gibt es das Programm auch an anderen Orten im Werra-Meißner-Kreis.

Die Laufzeit der Ökomodellregion Nordhessen wird bis 2025 verlängert – und das Konzept auf alle 21 hessischen Landkreise ausgeweitet. Das teilte der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Müller (Grüne) jetzt mit. Die Ökomodellregionen erhalten dazu jährlich 50 000 Euro für Personalkosten.

Der Werra-Meißner-Kreis gehörte seit 2015 mit dem Kreis Kassel zu den Pionieren: Koordiniert wird die „Ökomodellregion Nordhessen“ von Sabine Marten (Witzenhausen) und Silke Flörke (Kassel), die sich bislang eine Stelle teilten. Eigentlich hätte das Programm Ende 2020 auslaufen sollen. Jetzt geht es mindestens fünf Jahre weiter, zudem wird das Personalkontingent auf jeweils eine ganze Stelle aufgestockt, so Marten. So könne man langfristigere Projekte anschieben.

„Bislang ist der Anteil von ökologischer Landwirtschaft in Hessen auf 15,6 Prozent gestiegen, mehr als 2200 Betriebe wirtschaften ökologisch“, sagt Müller. „Bis 2025 wollen wir 25 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche in Hessen ökologisch bewirtschaften.“ Die Modellregionen sollen Maßnahmen entwickeln, die den Anteil an ökologisch und regional erzeugten Lebensmitteln weiter erhöhen. Dieses Ziel sei ambitioniert, sagt Marten. Es gebe zwar viele Landwirte, die auf Bio umstellen wollten, noch fehlten aber regionale Verarbeitung und Absatzmärkte. Hier setzen die Ökomodellregionen an. „Das zuständige Ministerium hat begriffen, dass es wenig Sinn macht, neue Modellregionen ins Leben zu rufen und die alten, erfahrenen auslaufen zu lassen“, sagt Marten.

Bis 2025 will die Ökomodellregion Nordhessen unter anderem für bio-regionales und gesundes Essen in Schulen, Kantinen und bei Caterern im Werra-Meißner-Kreis sorgen. Außerdem soll der Einsatz von maschinellen Erntehilfen für den Streuobstanbau sowie ein Projekt zur Vermarktung von Bio-Weiderindfleisch vorangetrieben werden.

Mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre ist Marten besonders stolz auf die Etablierung der Bio-Feierabendmärkte, die vielerorts gut angenommen werden, und die „Regionalen Entdeckungen im Werra-Meißner-Kreis.“ Die zentrale Vermarktungsplattform für heimische Landwirte sei eine von nur zwei derartigen Internetportalen in Hessen mit guter Suchfunktion und vielen Informationen über die beteiligten Bauern. Erfolgreich sei auch das Projekt „Bio-Streuobst-Apfelchips“ mit dem Verein Aufwind, in dessen Trocknungsanlage bald weitere Früchte verarbeitet werden sollen. Besonders wichtig sei allerdings, dass sich durch die Modellregion ein gutes Netzwerk von regionaler und ökologischer Landwirtschaft, Kreisbauernverband, dem Uni-Standort Witzenhausen entwickelt hat, das solche Projekte erst ermöglicht.  

Infos: zu.hna.de/BioNordhessen, regionale-entdeckungen-wmk.de

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