Gespräch mit Thomas Meil

Ohne Weg zum Steinberg bei Ziegenhagen kein Antrag für Windkraftanlagen

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Drehen sich irgendwann Windräder über Ziegenhagen? Vor dem Bürgerinfomarkt demonstrierten einige Kritiker mit diesem Bild gegen die Pläne. Das Angebot des Organisators, dem Bürgerforum Energieland Hessen, selbst einen Infostand aufzustellen, nutzten sie nach HNA-Informationen nicht. 

Ziegenhagen – Ob und wann sich tatsächlich einmal Windräder auf dem Steinberg bei Ziegenhagen drehen werden, ist derzeit noch offen. Das ließen Lars Rotzsche (Stadtwerke Union Nordhessen, SUN) und Thomas Meil (Geschäftsführer von SUN und den Stadtwerken Witzenhausen) jüngst beim Bürgerinfomarkt durchblicken.

Wie geht es mit den Planungen weiter? Wir haben Meil gebeten, das noch mal zu präzisieren.

Die Ausgangslage

Ursprünglich war anvisiert worden, den Genehmigungsantrag nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) Ende 2017 einzureichen. Anderthalb Jahre später sind die Planer von einem fertigen Antrag noch weit entfernt – zu viele Knackpunkte galt es bis jetzt aus dem Weg zu räumen, sagt Meil. Einer sei die Beobachtung eines Schwarzstorchhorstes in der Nähe des geplanten Standorts gewesen. Er gelte erst dann als unbewohnt, wenn fünf Jahre kein Vogel dort gebrütet hat.

Bei einem Scopingtermin des Regierungspräsidiums (RP) Kassel im Jahr 2017 hätten die Träger öffentlicher Belange mögliche Problemfelder diskutiert. Das arbeiten die Planer nun ab. Aktuell liegen Vorgutachten zur Wasserversorgung, zur Vogelpopulation sowie zu Schallauswirkungen und Schattenwurf vor, so Meil. Am zweiten Fledermausgutachten arbeite das Büro für angewandte Ökologie und Forstplanung gerade. Diese Punkte müssten für den Antrag noch verfeinert werden, der Ende 2019 eingereicht werden soll. Dann muss auch ein detailliertes Brandschutzgutachten vorliegen.

Die aktuellen Probleme

„Dass der Windpark an der Landesgrenze zu Niedersachsen liegt, macht die Sache komplizierter“, sagt Meil. Ohne dass geklärt ist, auf welchen Wegen der Windpark erreicht, und der Strom später abtransportiert werden soll, braucht der Antrag indes gar nicht bei der Genehmigungsbehörde, dem RP, abgegeben werden.

Aktuell gebe es drei Alternativen für die Zuwegung. Da die auf niedersächsischem Gebiet liegen, muss der Landkreis Göttingen eine Baugenehmigung erteilen. Es habe zwei Gespräche über die Bedingungen gegeben, so Meil. Eingereicht ist der Antrag dort noch nicht, derzeit liefen Gespräche vor allem mit Waldinteressenten aus der Gemeinde Staufenberg. „Einige Verträge sind schon unter Dach und Fach“, sagt der SUN-Chef ohne Details zu nennen.

Das weitere Vorgehen

Erst wenn die Zuwegung gesichert ist, sollen die Gutachten für den BImsch-Antrag finalisiert werden, sagt Meil. Dieser Teil sei der teuerste der Planung. Meil rechnet damit, dass fast ein Jahr vergehen wird, bis das RP eine Entscheidung trifft, denn vorher werde auch noch die Öffentlichkeit eingebunden. Anlieger und Behörden können dann Stellungnahmen zu den Plänen abgeben.

Falls eine Genehmigung erteilt wird, kann das Ausschreibungsverfahren beginnen. Laut Meil werde es dann vermutlich ein weiteres Jahr bis zu einem Baubeginn dauern. Frühestens werden sich die Windräder also 2022 auf dem Steinberg drehen – wenn überhaupt. 

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