Origami-Ausstellung in Ermschwerd: Sie falten Ton und Metall

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Kreative Frauenpower: Ute Gilles (von links), Anja Tatli und Barbara Schwede-Latz in der Ausstellung “Origami 2 zu dritt“ in Ermschwerd.

Ermschwerd. Origami ist bekannt als die Kunst des Papierfaltens. Wie vielfältig das Spektrum der faltbaren Objekte ist, zeigen jetzt Ute Gilles, Barbara Schwede-Latz und Anja Tatli.

In der Goldschmiede von Anja Tatli in Ermschwerd sind noch bis zum 19. Dezember die freien Inspirationen aus Keramik, Textil und Edelmetallen zu sehen. Der Titel ihrer in der Ausstellung ist„Origami 2 zu dritt". 

Für die drei Künstlerinnen ist es die erste gemeinsame eigene Ausstellung. Die Zusammenarbeit kennen die Frauen aber schon gut, denn sie sind die Organisatorinnen der Kunstausstellung LaWerra, die dieses Jahr zum siebten Mal stattfand. Auf einer dieser Ausstellungen lernten die drei Frauen eine Papierkünstlerin aus Venezuela kennen und ließen sich von ihr inspirieren.

Mit ihrem eigenen Material fingen die Drei an, das Thema zu erkunden. „Manchmal war es schon frustrierend, denn Ton lässt sich nicht leicht falten, viele Versuche endeten zerbrochen“, erzählt Barbara Schwede-Latz. Doch sie gab nicht auf, fing immer wieder von vorne an, probierte verschiedene Techniken und Tonsorten aus, und irgendwann hatte sie den Dreh raus. Danach entstanden Hexentreppen, dem Kinderspiel Himmel und Hölle nachempfundene Figuren, Schiffchen und Schalen. „Das Material mit dem ich arbeite hat Charakter. Es war eine harte Auseinandersetzung aber wir haben uns versöhnt und mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden“, so die Keramik-Künstlerin weiter.

Zwar sei das Falten im Textilbereich einfacher aber auch Ute Gilles hat das Thema Origami als Herausforderung gesehen. „Ich habe zuerst recherchiert und herausgefunden, dass Falten häufig in der Natur vorkommen, in Form von Insektenpanzern, im Pflanzenbereich und in der Struktur von Tierfellen“, erinnert sich Ute Gilles. Davon hat sich die Textilkünstlerin inspirieren lassen, und eines ihrer Werke zeigt eine Berglandschaft aus verschiedenen Stoffen. „Ich habe mich beim Falten entfaltet“, sagt Ute Gilles über die Entstehung ihrer Arbeiten.

Anja Tatli hat Skizzen gezeichnet, bevor sie mit der Metallverarbeitung begonnen hat. „ich habe vor allem experimentiert, war manchmal frustriert, aber auch gleichermaßen inspiriert“, sagt sie. Während der Arbeit hätten sich überraschende Ausdrucksformen entwickelt und viele neue Ideen seien entstanden, erzählt die Goldschmiedin. Alle drei Künstlerinnen haben sich so intensiv mit der Kunst des Faltens beschäftigt, dass sie sich jetzt schon vorstellen können im kommenden Jahr wieder eine Origami-Ausstellung zu zeigen.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist bis zum 19. November zu sehen: donnerstags bis samstags von 10 bis 18 Uhr in der Kunstwerkstatt von Anja Tatli, Parkweg 2, in Ermschwerd. (zwh)

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