Ostermarkt in Witzenhausen: Er macht Eier-Kunstwerke

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Kleine Kunstwerke: Eiermaler Rainer Grosa hat sich beim Verzieren von Ostereiern auf die Kratztechnik spezialisiert. 

Witzenhausen. Einfach nur Ostereier bemalen kann jeder. Dass es danach wie echte Kunst aussieht, bekommen jedoch nur die Wenigsten hin. Einer von ihnen ist Rainer Grosa aus Spreewitz in der Oberlausitz.

Neben rund einem Dutzend Eiermalerinnen war er einer von wenigen Männern, die am Wochenende beim Ostermarkt des Arbeitskreises Europäischen Jugendwoche die Besucher mit ihren kleinen Kunstwerken faszinierten.

Rainer Grosa hat sich auf die Kratztechnik spezialisiert. Dabei werden die Eier zunächst dunkel eingefärbt und nach dem Trocknen mit einem scharfen Messer bearbeitet.

„Dabei kratze ich dann die unterschiedlichsten Muster frei“, sagt der 63-Jährige. Meistens werden die Eier danach noch einmal in eine hellere Farbe getaucht, sodass sich das gekratzte Muster verfärbt. „Dann lege ich weitere Muster frei, die dann weiß bleiben.“ Je nach Aufwand benötige er für ein Hühnerei zwischen eineinhalb und drei Stunden, für ein Gänseei etwa acht Stunden. „An einem Straußenei sitze ich ungefähr 25 Stunden“, sagt Grosa.

Die Tatsache, dass er es anschließend für gerade mal 120 Euro verkaufe, zeige, dass das Eierkratzen für ihn ein reines Hobby sei und das man damit „definitiv nicht reich“ werden könne.

„Ich kratze inzwischen seit 40 Jahren“, sagt Rainer Grosa, der zum ersten Mal beim Witzenhäuser Ostermarkt dabei war, dafür eine 400 Kilometer lange Anreise in Kauf genommen hatte und von der Veranstaltung „richtig begeistert“ war. Die ersten Ostereier habe er bereits als Kind bemalt. „Damals wurde das bei uns zuhause an jedem Karfreitag zusammen mit den Eltern gemacht.“

Als Hobby habe er es dann für sich entdeckt, als er ins Berufsleben eingestiegen war. „Ich arbeite im elektrischen Störungsdienst und das ist meistens ziemlich stressig“, so Grosa.

„Beim Eierkratzen kann ich mich gut entspannen und inzwischen brauche ich das sogar, um ruhig schlafen zu können.“ Eigentlich hatte sich Grosa vorgenommen, ab dem Zeitpunkt mit dem Kratzen aufzuhören, ab dem er eine Brille braucht.

Das war vor zwei Jahren der Fall. Aufgehört hat er trotzdem nicht. „Es ging einfach nicht, das ist für mich wie eine Sucht“, sagt er. Eine Sucht, mit der er und seine Frau aber richtig gut leben könnten. 

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