Erste Absagen wegen Corona auch im Werra-Meißner-Kreis

Ostermarkt in Witzenhausen fällt dem Virus zum Opfer

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Dieses Jahr nicht: Der Ostermarkt im ehemaligen Witzenhäuser Wilhelmitenkloster (unser Bild stammt von 2016), der meist von rund 2000 Freunden von Kunst und Osterbrauchtum besucht wird, ist wegen des Coronavirus abgesagt worden.

Aus Angst vor einer Ausbreitung des Corona-Virus fällt in diesem Jahr der traditionelle Ostermarkt in Witzenhausen am 21. und 22. März aus. Das bestätigt Michael Göbel, Vorsitzender des Arbeitskreises Europäische Jugendwoche.

Der parallel geplante verkaufsoffene Sonntag und das 1. Witzenhäuser Streetfood-Festival sollen nach derzeitigem Stand stattfinden, sagt Johannes Siebold von der Tourist-Information Witzenhausen.

Man habe keine Alternative zur Absage gesehen, sagt Göbel. Vergangene Woche hätten bereits 16 der 43 Aussteller aus ganz Deutschland ihre Teilnahme abgesagt. 1500 bis 2000 Besucher habe man erwartet. Mit einem Drittel weniger Ausstellern hätte man ihnen weniger bieten können. Hauptgrund sei aber, dass man umfängliche Schutzmaßnahmen gegen eine Corona-Infektion im Klostergebäude an der Steinstraße nicht umsetzen könne. Gesundheitsamt und Robert-Koch-Institut (RKI) empfehlen bei größeren Veranstaltungen etwa das Aufstellen von Desinfektionsmitteln, häufigeres Lüften und das Einhalten von etwa zwei Metern Abstand zu anderen Besuchern. Das RKI hat eine Liste zur Risikoabschätzung veröffentlicht. „Davon treffen acht der 13 Punkte auf den Ostermarkt zu“, so Göbel.

Michael Göbel, Chef des AK Europäische Jugendwoche

Für den Arbeitskreis ist der Ostermarkt wichtig, um die Europäische Jugendwoche im Juli zu finanzieren. Die Vorbereitung dauert ein Jahr, 50 bis 70 Ehrenamtliche sorgen normalerweise für den reibungslosen Ablauf. Durch die Absage fehlt dem Arbeitskreis laut Göbel eine fünfstellige Summe. Er hofft, dass Land und Landkreis den Arbeitskreis mit einer einmaligen Fördersumme unterstützen, damit die Jugendwoche stattfinden kann.

Auch das Beräunertreffen auf Burg Ludwigstein vom 20. bis 22. März, bei dem Jugendbünde aus ganz Deutschland zum Singewettstreit antreten, ist unterdessen abgesagt worden. „Beim Corona-Virus haben wir es zwar mit einer Krankheit zu tun, die häufig mild und mitunter sogar ohne Symptome verläuft. Genau deswegen können wir jedoch andere anstecken, ohne es zu wissen“, nennen die Organisatoren als Grund. Im Vorjahr waren 600 Teilnehmer gekommen. Foto: Per Schröter

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