Große Mehrheit für Kompromiss

Bad Sooden-Allendorfs Parlament verkauft umstrittenes Grundstück

Blick auf Orferode
+
Blick auf Orferode: So ähnlich wird er sein, wenn der Kasseler Kaufinteressent das Grundstück rechts vom Nachbarhaus (im Vordergrund) bebaut.

Das städtische Grundstück am Ortsrand von Orferode, für dessen Nichtverkauf sich im Dorf zuletzt fast die Hälfte der Einwohner per Unterschrift starkmachte, wird an einen Privatmann verkauft. Dem dafür schon im Bauausschuss erarbeiteten Kompromiss stimmte eine deutliche Mehrheit von 14 gegen 3 Stadtverordnete am Mittwochabend zu.

Bad Sooden-Allendorf – Der Kompromiss sieht vor, dass dem Bauinteressenten statt der ursprünglich gewünschten 800 Quadratmeter lediglich eine Teilfläche von rund 320 Quadratmeter übertragen werden. Der Privatmann möchte sein bereits erworbenes Stück städtisches Bauland dort vergrößern, um nicht so nah am Nachbargrundstück bauen zu müssen.

Dem Beschluss ging in der um fast zwei Wochen verlegten Parlamentssitzung im Kultur- und Kongresszentrum in Sooden eine Diskussion voraus. Klar für den Verkauf sprach sich CDU-Fraktionsvorsitzender Georg von Lüninck aus. Mehrfach hätten die städtischen Gremien – der Ortsbeirat eingeschlossen – zu dem Thema getagt, mit dem Kompromiss des Teilverkaufs seien zuletzt alle zufrieden gewesen. Deshalb werde man deren Voten folgen.

Dass es sich um ein – wenn auch vor bald 50 Jahren – ausgewiesenes Baugebiet handelt, hatte Bauausschussvorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann (CDU) zuvor schon deutlich gemacht. Und: Die Stadt verkaufe Grundstücke auch, um Geld einzunehmen.

Die jetzt zu erlösenden knapp 7000 Euro brächten die Einwohner, die sich jetzt für den Schutz von Flora und Fauna einsetzen, gern auf, damit die Fläche unbebaut erhalten bleibt, sagte die FWG-Stadtverordnete Monika Dewath-Timmerberg. Sie sprach sich gegen den Verkauf aus, auch weil „dort ein wunderbares Biotop entstanden“ sei.

Ihrem Antrag, vor der Entscheidung noch eine neue Bewertung der Magerrasenfläche durch die Obere Naturschutzbehörde abzuwarten, folgte das Parlament nicht.

Hingegen votierte es einmütig dafür, dass der alte Bebauungsplan im Bereich „Vor den Wetten“ in Orferode überarbeitet wird – mit der Absicht, die noch nicht verkauften Flächen zugunsten der Natur herauszunehmen.

Randaspekt ist, dass das Magerrasengebiet auch gern von Erholungssuchenden wegen des von dort guten Blicks zum Meißner aufgesucht wird. Wenn die Stadt sich künftig touristisch noch stärker vermarkten will, sollten unter diesem Gesichtspunkt am besten alle Bebauungspläne angeschaut werden, schlug der Grünen-Stadtverordnete Martin Herrmann noch vor. Darüber wurde am Mittwochabend aber nicht abgestimmt. sff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.