Grundsatzbeschluss zur Verlagerung des Bauhofes nach Unterrieden vertagt

Witzenhausens Parlament vermisst Alternativpläne

Zwei Männer stehen im Eingang einer großen Halle, im Hintergrund sind Baufahrzeuge dicht an dicht zusammengestellt
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Ganz schön eng: Dicht an dicht stehen die Fahrzeuge des Baubetriebshofes in den Hallen am Eschenbornrasen, hier gezeigt von Geschäftsführer Norbert Heinemann (links) und Vorarbeiter Heinz-Georg Bringmann.

Mit 15 gegen 13 Stimmen haben die Witzenhäuser Stadtverordneten am Dienstagabend den Beschluss darüber, ob mit den Planungen für eine Verlagerung des Baubetriebshofes vom Eschenbornrasen in der Kernstadt ins Gewerbegebiet am Ortsrand des Stadtteils Unterrieden begonnen werden soll, vertagt.

Erst in seiner nächsten Sitzung, die nach der Sommerpause für den 1. September vorgesehen ist, soll das entschieden werden, beschloss das Parlament in seiner ersten Zusammenkunft nach dem Corona-Lockdown, die in der Turnhalle an der Südbahnhofstraße stattfand.

Die einköpfige Die-Linke-Fraktion hatte sogar auf eine Verschiebung zum Ende des Jahres hin gedrungen, weil überhaupt kein Geld für dieses Projekt vorhanden sei. Doch erst dem Antrag der einköpfigen FDP-Fraktion um Aufschub bis September schlossen sich auch CDU und FWG an. SPD und Grüne wollten den Grundsatzbeschluss sofort gefällt haben, wofür aber die Mehrheit fehlte.

Das Herauslösen des Bauhofs aus dem Standortverbund mit der Feuerwehr halte er nicht für schlecht, aber auch nicht für gut, er vermisse Alternativen, hatte FDP-Mann Axel Vogelei seinen Antrag begründet. Erst müsse noch mit den Betroffenen darüber gesprochen werden, wünschte sich für die AfW-Fraktion Dr. Christian Platner. Zudem plädiere er im Falle einer Neubau-Lösung für eine ökologische Bauweise.

Für die CDU-Fraktion beklagte Magnus Schmagold, dass die Folgenutzungskosten nicht betrachtet und eine Alternativplanung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Und sollte der Standort des Rege-Werkes nicht aufrecht zu erhalten sein, böten sich noch andere Flächenmöglichkeiten.

Auch legt er die Priorität auf die Nutzung jetzigen Leerstands, statt eine unbebaute Fläche zu versiegeln in einem Gebiet, das doch in erster Linie für Gewerbebetriebe, statt für Technisches Hilfswerk und Bauhof gedacht gewesen sei.

Sowohl der Feuerwehr-Stützpunkt als auch der Bauhof platzten am Eschenborn aus allen Nähten, machte für die SPD Lukas Sittel die dringend angezeigte Änderung der Situation deutlich. Zumal die Fahrzeuge eher mehr und größer würden. Den Standort Unterrieden bezeichnete er aus finanziellen Überlegungen als charmant, weil der Baugrund der Stadt gehöre.

Auch Dr. Rita Weber-Wied betonte für die Grünen-Fraktion die Notwendigkeit einer Verlagerung des Bauhofes. Man habe etliche Alternativen betrachtet, sie kämen aber aufgrund zu hoher Mietpreise und auch mangels Eignung nicht in Betracht, sagte Bürgermeister Daniel Herz. Und er verstehe die vorgebrachten Bedenken nicht. Denn sowohl die Mitarbeitervertretung des Bauhofes, die Feuerwehr, die Betriebskommission und der Magistrat seien in die schon länger laufenden Überlegungen einbezogen – und alle hätten sich klar für die Verlagerung des Bauhofes nach Unterrieden ausgesprochen.

Für die Verlagerung des Baubetriebshofes ins Gewerbegebiet bei Unterrieden liegen bereits Pläne vor. Demzufolge ist ein fast 6000 Quadratmeter großes Grundstück hinter dem Technischen Hilfswerk vorgesehen. Vor der 600 Quadratmeter großen Fahrzeughalle ist ein zweigeschossiger Bau für Werkstatt, Büro- und Sozialräume geplant. Die Kosten dafür werden mit 2,17 Millionen Euro veranschlagt. Das Projekt könnte, sagte Bürgermeister Daniel Herz, in zwei Jahren umgesetzt sein. Hingegen würde ein Neubau eines Feuerwehrstützpunktes, für den es in Witzenhausen aber keinen Platz gäbe, eher in acht bis zehn Jahren realisierbar – für schätzungsweise acht bis zwölf Millionen Euro. Die Feuerwehr, so Herz, möchte aber keinen Neubau.

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