Pfarrgemeinden sollen enger zusammenarbeiten

Ulrike Laakmann

Witzenhausen. Der Kirchenkreis Witzenhausen soll mit einem neuen Konzept fit gemacht werden für eine Zukunft, in der es immer weniger Gläubige und Pfarrer geben wird.

Die Idee: Kirchengemeinden werden zu „Kooperationsräumen“ zusammengefasst.

„Für uns sind die Auswirkungen der demographischen Entwicklung und die Beschlüsse unserer Kirche zur Pfarrstellenanpassung bis 2017 der Anlass gewesen, unseren ganzen Kirchenkreis in drei oder vier größeren Kooperationsräumen zu denken“, erklärt Dekanin Ulrike Laakmann. Im Kooperationsraum sollen die Pfarrer Aufgaben untereinander aufteilen. So könne etwa ein Pfarrer die Betreuung der Konfirmanden in mehreren Gemeinden übernehmen, während sich ein anderer um die Verteilung der Orgeldienste kümmere. „Es kann künftig einfach nicht mehr jeder und jede alles machen“, sagt Laakmann. Bei der Seelsorge solle aber jeder Pfarrer weiterhin als Hauptansprechpartner für seine Gemeinde zuständig sein, betont Laakmann. Sie hofft, die Pfarrer durch die neue Organisation auch von bürokratischen Aufgaben zu entlasten.

Bis 2017 sollte der Kirchenkreis Witzenhausen seine Pfarrstellen eigentlich auf 18 reduzieren. Derzeit gibt es 19,25 Vollzeitstellen, die von 26 Pfarrerinnen und Pfarrern ausgefüllt werden. Entlassen werden soll aber niemand, betont Laakmann. Die Arbeit werde neu organisiert. Dabei sei es wichtig, dass bestehende Kirchspiele nicht zerstückelt oder aufgehoben werden. „Das ist immer mit sehr viel Schmerzen verbunden“, so Laakmann. Statt dessen werden die Pfarrer innerhalb einer politischen Kommune nun enger zusammenarbeiten, weil es da schon nützliche Verbindungen, etwa bei der Infrastruktur, gebe.

Derzeit sind vier Kooperationsräume geplant: Witzenhausen (zu dem auch Neu-Eichenberg gehören soll), Hessisch-Lichtenau, Großalmerode und Bad Sooden-Allendorf. Bei einzelnen Kirchspielen sei die Zuordnung aber noch unklar, gibt Laakmann zu. So bildet etwa der Großalmeröder Stadtteil Weißenbach ein Kirchspiel mit den Badestädter Ortsteilen Dudenrode und Orferode. Das Kirchspiel Oberrieden liegt mit seinen weiteren Gemeinden in Unterrieden und Wendershausen genau auf der Grenze zwischen Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf.

Wegen solcher Probleme will Laakmann Anfang des Jahres bei Infoveranstaltungen den Kontakt mit den Kirchenvorständen suchen und gemeinsam Lösungen erarbeiten. „Wir wollen herausfinden, was aus Sicht der Gemeinde sinnvoll ist.“

Von Friederike Steensen

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